Grundlagen IT- und Internettechnik

223015c · Modul "Technik 1" · 1. Semester
Digital- und Medienwirtschaft
Hochschule der Medien Stuttgart

Sommersemester 2026

https://librete.ch/hdm/223015c/

Grundlagen IT- und Internettechnik (223015c)

Kapitel 2

Netzwerke, Protokolle & CSS

Michael Czechowski – HdM Stuttgart – SoSe 2026
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Agenda

Teil 1: Netzwerke & Protokolle

  • Glossar: Die wichtigsten Begriffe
  • Das Schichtenmodell: Wie das Internet organisiert ist
  • Die Reise eines Klicks: Was passiert bei einem Seitenaufruf?

Teil 2: CSS

  • Grundlagen, Selektoren, Spezifität
  • Box-Modell, Farben, Einheiten
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Ressourcen zum Selbstlernen

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Teil 1: Netzwerke & Protokolle

Die Infrastruktur des Webs

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Glossar: Die Landkarte

Begriff Was ist das? Analogie
Client Der, der fragt (Browser) Gast im Restaurant
Server Der, der antwortet Küche im Restaurant
Request Die Anfrage Bestellung
Response Die Antwort Das Essen
Protokoll Regeln für Kommunikation Speisekarte + Bestellablauf
Host Ein Rechner im Netz Ein Haus mit Adresse
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Glossar: Adressen & Identitäten

Begriff Was ist das? Beispiel
IP-Adresse Globale Adresse im Internet 212.132.79.37
MAC-Adresse Hardware-Adresse der Netzwerkkarte aa:bb:cc:dd:ee:ff
Port "Türnummer" auf einem Rechner 80, 443, 22
DNS Telefonbuch: Name → IP hdm-stuttgart.de → IP
Domain Menschenlesbarer Name hdm-stuttgart.de
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Glossar: Daten unterwegs

Begriff Was ist das? Schicht
Paket Daten + IP-Header Internet (Layer 3)
Segment Daten + TCP-Header Transport (Layer 4)
Frame Daten + MAC-Header Netzzugang (Layer 2)
Header Metadaten am Anfang Jede Schicht
Payload Die eigentlichen Nutzdaten Der Inhalt
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Glossar: Netzwerk-Eigenschaften

Begriff Was ist das? Einheit
Latenz Verzögerung (hin + zurück) Millisekunden
Bandbreite Datenmenge pro Zeiteinheit Mbit/s
Hop Ein Sprung zum nächsten Router
Round-Trip Hin- und Rückweg
Ping "Bist du da?" + Antwort ms
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Glossar: Protokolle

Protokoll Wofür? Port Schicht
HTTP Webseiten übertragen 80 Anwendung
HTTPS HTTP + Verschlüsselung 443 Anwendung
TCP Zuverlässige Übertragung Transport
UDP Schnelle Übertragung Transport
IP Routing durchs Internet Internet
DNS Namen → IP-Adressen 53 Anwendung
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Das Schichtenmodell

Warum ist Netzwerk-Kommunikation in Schichten organisiert?

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Das Problem: Komplexität

Zwischen Ihnen und einer Webseite liegen viele Stationen.

Jede Komponente "spricht" anders:

  • Browser → HTTP
  • Netzwerkkarte → Bits / Signale
  • Router → IP-Pakete
  • Provider → Routing

Wie zusammenbringen?

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Die Lösung: Arbeitsteilung

Statt dass jedes Programm alles können muss: Aufgaben aufteilen.

Wer? Aufgabe Typische Geräte
Browser/App Was will ich? Laptop, Handy, Server
TCP/UDP Kommt alles an? – (Software)
IP Welcher Rechner? Router, Firewall
Ethernet/WLAN Nächstes Gerät? Switch, Access Point
Physik Signale übertragen Kabel, Glasfaser, Antenne
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Das TCP/IP-Modell

Schicht Name Aufgabe Protokolle
4 Anwendung Was? Welcher Dienst? HTTP, DNS, SMTP
3 Transport Zuverlässigkeit, Ports TCP, UDP
2 Internet Routing, globale Adressen IP
1 Netzzugang Lokale Übertragung Ethernet, WLAN

4 Schichten. Das reicht, um das Internet zu verstehen.

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TCP/IP-Modell – Vertiefung

Das TCP/IP-Modell entstand praktisch aus dem ARPANET (1970er), im Gegensatz zum theoretischen OSI-Modell (7 Schichten, 1984). TCP/IP hat sich durchgesetzt, weil es das reale Internet beschreibt.

Schicht-Aufgaben im Detail:

Schicht Frage Protokolle Geräte
4 Anwendung Was will ich? HTTP, DNS, SMTP, FTP – (Software)
3 Transport Kommt es an? Welches Programm? TCP, UDP – (Software)
2 Internet Welcher Rechner weltweit? IP, ICMP Router
1 Netzzugang Wie zum Nachbarn? Ethernet, WLAN, PPP Switch, Access Point

OSI vs. TCP/IP:

  • OSI Schicht 5–7 (Session, Presentation, Application) → TCP/IP Schicht 4
  • OSI Schicht 1–2 (Physical, Data Link) → TCP/IP Schicht 1

Warum Schichten? Abstraktion. HTTP muss nicht wissen, ob Ethernet oder WLAN verwendet wird. Änderungen in einer Schicht betreffen andere nicht.

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Schichten verpacken Daten

Encapsulation: Jede Schicht packt ein.

Decapsulation: Beim Empfang wird ausgepackt.

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Dateneinheiten pro Schicht

Schicht Name Dateneinheit Was kommt hinzu?
Anwendung HTTP, DNS Daten
Transport TCP, UDP Segment Ports, Sequenznummern
Internet IP Paket IP-Adressen
Netzzugang Ethernet Frame MAC-Adressen, Prüfsumme

Merkhilfe: Daten → Segment → Paket → Frame
(„Der Sache Praktischer Folgen")

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Dateneinheiten & Encapsulation – Vertiefung

Encapsulation (Verkapselung): Jede Schicht fügt ihren Header hinzu, ohne den Inhalt der oberen Schicht zu verändern.

Was jeder Header enthält:

Schicht Einheit Header-Inhalte
Anwendung Daten HTTP-Header, Cookies, Content-Type
Transport Segment Quell-/Zielport, Sequenznummer, Flags (SYN, ACK)
Internet Paket Quell-/Ziel-IP, TTL, Protokoll (TCP=6, UDP=17)
Netzzugang Frame Quell-/Ziel-MAC, EtherType, CRC-Prüfsumme

Overhead-Rechnung (1 Byte HTTP-Body):

  • Ethernet: 14 + 4 Bytes (Header + Trailer)
  • IP: 20 Bytes (ohne Optionen)
  • TCP: 20 Bytes (ohne Optionen)
  • Minimum: 58 Bytes für 1 Byte Nutzlast

Decapsulation: Empfänger packt in umgekehrter Reihenfolge aus. Jede Schicht prüft ihren Header (z.B. CRC) und reicht Nutzdaten nach oben.

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Warum ist das clever?

Ohne Schichten:
Jede App müsste wissen, wie Ethernet-Frames gebaut werden, wie WLAN funktioniert, wie Router Pakete weiterleiten...

Mit Schichten:
Der Browser sagt: "Ich will diese Seite."
Alles andere übernehmen die Schichten darunter.

Austauschbarkeit:
WLAN statt Ethernet? Nur Schicht 1 ändert sich.
HTTP/2 statt HTTP/1? Nur Schicht 4 ändert sich.

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Exkurs: OSI vs. TCP/IP

center

OSI = Theorie. TCP/IP = Realität.

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Die drei Adressen

IP, MAC und Port – wer braucht was?

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IP-Adresse: Das Endziel

212.132.79.37
  • Global eindeutig (im gesamten Internet)
  • Identifiziert einen Rechner
  • Bleibt gleich auf dem gesamten Weg
  • Analogie: Empfänger auf einem Brief

Router lesen die IP und entscheiden:
"Ist das für mich? Nein → in welche Richtung weiterleiten?"

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MAC-Adresse: Der nächste Schritt

aa:bb:cc:dd:ee:ff
  • Lokal eindeutig (nur im lokalen Netzwerk relevant)
  • Identifiziert eine Netzwerkkarte
  • Ändert sich bei jedem Hop
  • Analogie: "Nächstes Postamt: XY"

Funktioniert nur innerhalb eines Netzwerksegments.

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Port: Das richtige Programm

  • Identifiziert ein Programm auf einem Rechner
  • Ein Rechner, viele Dienste
  • Analogie: Wohnungstür im Mehrfamilienhaus
Port Dienst
80 HTTP
443 HTTPS
22 SSH
53 DNS
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IP vs. MAC vs. Port

IP-Adresse MAC-Adresse Port
Frage Welcher Rechner? Welches Gerät nebenan? Welches Programm?
Reichweite Global Lokal (1 Hop) Auf einem Rechner
Ändert sich? Nein Ja, bei jedem Hop Nein
Schicht Internet (IP) Netzzugang (Ethernet) Transport (TCP/UDP)
Beispiel 212.132.79.37 aa:bb:cc:dd:ee 443
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IP, MAC, Port – Vertiefung

Drei Adressebenen lösen drei verschiedene Probleme:

IP-Adresse (Schicht 2 – Internet):

  • Hierarchisch aufgebaut: Netzwerk-Teil + Host-Teil
  • Router lesen nur den Netzwerk-Teil für Routing-Entscheidungen
  • IPv4: 32 Bit (z.B. 192.168.1.1), IPv6: 128 Bit

MAC-Adresse (Schicht 1 – Netzzugang):

  • 48 Bit, vom Hersteller fest vergeben (theoretisch)
  • Erste 24 Bit = OUI (Organizationally Unique Identifier) = Hersteller
  • Nur relevant für den nächsten Hop – wird bei jedem Router ersetzt
  • ARP (Address Resolution Protocol) übersetzt IP → MAC

Port (Schicht 3 – Transport):

  • 16 Bit → 65.535 mögliche Ports
  • Well-Known Ports (0–1023): HTTP=80, HTTPS=443, SSH=22
  • Ephemeral Ports (49152–65535): Dynamisch für Client-Verbindungen

Warum ändert sich nur MAC? IP ist das Endziel (Brief-Adresse), MAC ist der aktuelle Bote (wer trägt den Brief gerade?).

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Die Reise eines Klicks

Was passiert, wenn Sie www.hdm-stuttgart.de aufrufen?

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Das Szenario

Sie sind im WLAN der HdM und rufen auf:

https://www.hdm-stuttgart.de

Zwischen Enter und fertiger Seite: ~200 Millisekunden.

In dieser Zeit passieren hunderte Operationen.

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Die Zeitlinie

center

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Schritt 1: DNS

"Wo wohnt hdm-stuttgart.de?"

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DNS: Das Telefonbuch des Internets

Domain Name System

www.hdm-stuttgart.de  →  212.132.79.37

Ihr Laptop fragt sich durch:

  1. Browser-Cache: "War ich da kürzlich?" → Nein
  2. OS-Cache: "Kennt das Betriebssystem die IP?" → Nein
  3. Router/Provider: DNS-Server wird gefragt
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Die DNS-Hierarchie

Dezentral: Niemand kennt alles.

Jede Ebene kennt nur die nächste:

  • Root → .de, .com, .org
  • .de → alle .de-Domains
  • hdm-stuttgart.de → www, mail, …
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DNS ist selbst Netzwerk

Die DNS-Anfrage ist ein ganz normales Paket:

Eigenschaft Wert
Protokoll UDP (meistens)
Port 53
Inhalt "A-Record für www.hdm-stuttgart.de?"

DNS durchläuft alle Schichten – genau wie später HTTP.

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Nach dem DNS-Lookup

Ergebnis:

www.hdm-stuttgart.de = 212.132.79.37

Diese Information wird gecached (für Minuten bis Stunden).

Nächster Schritt: Verbindung aufbauen.

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Schritt 2: TCP-Handshake

"Hallo Server, bist du da?"

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Warum ein Handshake?

TCP ist verbindungsorientiert:

  • Beide Seiten müssen bereit sein
  • Beide kennen die Sequenznummern des anderen
  • Verlorene Pakete können erkannt und neu angefordert werden

Analogie:
Telefonat: Klingeln → Abheben → "Hallo?" → Gespräch beginnt

Nicht: Einfach losreden und hoffen, dass jemand zuhört.

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3-Way-Handshake – Vertiefung

Der Handshake synchronisiert Sequenznummern – essenziell für TCPs Zuverlässigkeit.

Warum zufällige Startwerte (ISN)?

  • Sicherheit: Verhindert Session-Hijacking durch Raten
  • Eindeutigkeit: Unterscheidet alte von neuen Verbindungen
  • ISN = Initial Sequence Number, vom OS zufällig gewählt

TCP-Flags im Handshake:

Paket Flags Bedeutung
1 SYN Client will Verbindung, sendet seine ISN
2 SYN+ACK Server akzeptiert, sendet seine ISN, bestätigt Client-ISN+1
3 ACK Client bestätigt Server-ISN+1

Was passiert bei Problemen?

  • Kein SYN-ACK → Client wiederholt SYN (Timeout)
  • SYN-Flood-Attacke: Millionen SYNs ohne ACK → Server-Ressourcen erschöpft
  • Schutz: SYN-Cookies (Server speichert keinen State bis ACK kommt)

Verbindungsabbau: 4-Way-Handshake (FIN → ACK → FIN → ACK) oder RST für sofortigen Abbruch.

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Nach dem Handshake

Status: Die TCP-Verbindung steht.

Jetzt erst kann HTTP gesprochen werden.

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Schritt 3: HTTP-Request

"Gib mir die Startseite"

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Was Ihr Browser sendet

GET / HTTP/1.1
Host: www.hdm-stuttgart.de
User-Agent: Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64)
Accept: text/html
Accept-Language: de-DE
Connection: keep-alive

~200 Bytes Text.

GET = "Gib mir" (im Gegensatz zu POST = "Nimm das")
/ = "Die Startseite"

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Encapsulation in Aktion

Der Request wird verpackt

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Layer 4: Transport (TCP)

HTTP-Request wird zum Segment:

center

Neu: Ports + Sequenznummer

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Layer 3: Network (IP)

Segment wird zum Paket:

center

Neu: IP-Adressen

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Layer 2: Data Link (Ethernet)

Paket wird zum Frame:

center

Wichtig: Destination MAC = Router, nicht Server!

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Woher kennt Ihr Laptop die Router-MAC?

ARP – Address Resolution Protocol

center

Das passiert automatisch. Die Info wird gecached.

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Layer 1: Physical

Frame wird zu Bits – Bits werden zu Signalen:

Medium Signal
Kupferkabel Spannung: High/Low
Glasfaser Licht: An/Aus
WLAN Funkwellen
01001000 01010100 01010100 01010000 ...

Ab hier übernimmt die Physik.

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Die Reise durch das Netz

Hop für Hop

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Der erste Hop: Ihr Router

Laptop → [Frame] → Router

Der Router empfängt:

  1. Layer 1: Signale → Bits
  2. Layer 2: Frame prüfen. MAC okay? → Auspacken
  3. Layer 3: IP lesen. "212.132.79.37 – nicht mein Netz"

Routing-Entscheidung: "Ich schicke es Richtung Internet."

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Der Router verpackt NEU

center

IP bleibt gleich. MAC ändert sich.

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Mehrere Hops

Bei jedem Hop:

  1. Auspacken bis Layer 3 (IP)
  2. Routing-Entscheidung
  3. Neu verpacken mit nächster MAC

IP bleibt gleich · MAC ändert sich jedes Mal.

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Die Ankunft

Der Server empfängt und antwortet

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Decapsulation am Server

Jede Schicht prüft "ist das für mich?" und packt dann die nächste aus.

Am Ende versteht der Webserver: "Jemand will die Startseite."

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Der Server antwortet

HTTP/1.1 200 OK
Content-Type: text/html; charset=UTF-8
Content-Length: 45231

<!DOCTYPE html>
<html lang="de">
<head>
    <title>HdM Stuttgart</title>
...

~45 KB HTML müssen jetzt zu Ihnen.

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Encapsulation beim Server

Der Server macht dasselbe – nur in die andere Richtung:

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Die Antwort reist zurück

Gleiches Spiel wie der Hinweg:

  • Hop für Hop durchs Internet
  • IP bleibt gleich (Start/Ziel)
  • MAC ändert sich bei jedem Router
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Decapsulation bei Ihnen

Rückweg = Encapsulation umgekehrt.

Jede Schicht prüft "ist das für mich?" und packt dann die nächste aus.

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Exkurse

TCP vs. UDP, MTU, HTTP-Methoden

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TCP vs. UDP

TCP UDP
Verbindung Ja (Handshake) Nein
Reihenfolge Garantiert Nicht garantiert
Verlorene Pakete Werden nachgefordert Gehen verloren
Overhead Höher Niedriger
Use Cases Web, Email, Downloads Video-Calls, Gaming, DNS
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TCP vs. UDP – Vertiefung

Beide sind Transport-Protokolle (Schicht 3), aber mit fundamental unterschiedlichen Garantien.

TCP (Transmission Control Protocol):

  • Verbindungsorientiert (Handshake vor Daten)
  • Sequenznummern → Reihenfolge garantiert
  • ACKs + Retransmission → Kein Datenverlust
  • Flow Control (Sliding Window) → Empfänger nicht überlasten
  • Congestion Control → Netzwerk nicht überlasten

UDP (User Datagram Protocol):

  • Verbindungslos (Fire-and-Forget)
  • Keine Sequenznummern, keine ACKs
  • Header nur 8 Bytes (TCP: 20+ Bytes)
  • Anwendung muss selbst für Zuverlässigkeit sorgen
Anwendung Protokoll Grund
HTTP/HTTPS TCP Vollständigkeit kritisch
DNS UDP Kleine Pakete, schnelle Antwort
Video-Streaming UDP/QUIC Latenz wichtiger als Perfektion
Online-Gaming UDP Echtzeit, veraltete Daten nutzlos

QUIC: Googles Protokoll kombiniert UDP-Geschwindigkeit mit TCP-ähnlicher Zuverlässigkeit (HTTP/3).

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Warum UDP bei Video-Calls?

Szenario: Ein Paket geht verloren.

TCP UDP
Warten... neu anfordern... warten... Ignorieren, nächstes Frame zeigen
Video friert ein Kurzes Artefakt

Bei Echtzeit ist Verzögerung schlimmer als Verlust.

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MTU & Fragmentierung

MTU = Maximum Transmission Unit

Ethernet-Frame kann maximal 1500 Bytes Nutzdaten transportieren.

Problem: Ein Foto hat 3.000.000 Bytes.

Lösung: TCP zerschneidet die Daten in ~2000 Segmente.
Jedes Segment hat eine Sequenznummer.
Der Empfänger setzt sie zusammen.

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HTTP-Methoden

Methode Bedeutung Beispiel
GET Daten abrufen Seite laden
POST Daten senden Formular absenden
PUT Daten ersetzen Profil aktualisieren
DELETE Daten löschen Account löschen
GET /index.html HTTP/1.1
POST /login HTTP/1.1
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HTTP-Methoden – Vertiefung

HTTP-Methoden definieren die Semantik der Anfrage – was der Client vom Server erwartet.

CRUD-Mapping (Create, Read, Update, Delete):

Methode CRUD Idempotent Safe Typischer Einsatz
GET Read Ja Ja Ressource abrufen
POST Create Nein Nein Formular, neue Ressource
PUT Update Ja Nein Ressource vollständig ersetzen
PATCH Update Nein Nein Ressource teilweise ändern
DELETE Delete Ja Nein Ressource löschen

Idempotent: Mehrfaches Ausführen hat denselben Effekt wie einmaliges (GET, PUT, DELETE).
Safe: Ändert nichts am Server (nur GET, HEAD, OPTIONS).

REST-Prinzip: URLs identifizieren Ressourcen, Methoden definieren Aktionen.

GET /users/42        → Benutzer 42 abrufen
PUT /users/42        → Benutzer 42 vollständig ersetzen
DELETE /users/42     → Benutzer 42 löschen
POST /users          → Neuen Benutzer erstellen
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HTTP Status-Codes

HTTP/1.1 200 OK
HTTP/1.1 404 Not Found
HTTP/1.1 500 Internal Server Error
Code-Bereich Bedeutung
2xx Erfolg (200 OK, 201 Created)
3xx Umleitung (301 Moved, 304 Not Modified)
4xx Client-Fehler (400 Bad Request, 404 Not Found)
5xx Server-Fehler (500 Internal Error, 503 Unavailable)
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HTTP Status-Codes – Vertiefung

Die erste Ziffer kategorisiert die Antwort:

Bereich Kategorie Häufige Codes
1xx Informational 100 Continue, 101 Switching Protocols
2xx Success 200 OK, 201 Created, 204 No Content
3xx Redirection 301 Moved Permanently, 302 Found, 304 Not Modified
4xx Client Error 400 Bad Request, 401 Unauthorized, 403 Forbidden, 404 Not Found
5xx Server Error 500 Internal Error, 502 Bad Gateway, 503 Unavailable

Wichtige Unterscheidungen:

  • 401 vs. 403: 401 = nicht authentifiziert (wer bist du?), 403 = nicht autorisiert (du darfst nicht)
  • 301 vs. 302: 301 = permanent umgezogen (Cache-fähig), 302 = temporär (nicht cachen)
  • 304 Not Modified: Browser hat Cache, Server bestätigt: noch aktuell → spart Bandbreite

API-Design: Korrekte Status-Codes sind wichtig für Clients. 200 bei Fehler mit {"error": "..."} im Body ist schlechtes Design.

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Zusammenfassung Teil 1

Der Ablauf:

  1. DNS (UDP:53) → Name zu IP
  2. TCP-Handshake (SYN → SYN-ACK → ACK)
  3. HTTP-Request (GET /...)
  4. HTTP-Response (200 OK + HTML)

Die Konzepte:

  • 4 Schichten: Anwendung → Transport → Internet → Netzzugang
  • IP bleibt gleich, MAC ändert sich pro Hop
  • Ports identifizieren Programme
  • Encapsulation: Jede Schicht verpackt die darüberliegende
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Netzwerk-Grundlagen – Vertiefung

Die vier Kernkonzepte für Web-Entwickelnde:

1. DNS-Auflösung:

  • Browser fragt DNS-Resolver (z.B. 8.8.8.8)
  • Rekursive Abfrage: Root → TLD → Authoritative
  • Caching auf jeder Ebene (TTL = Time To Live)

2. TCP-Verbindungsaufbau:

  • 3-Way-Handshake vor jeder HTTP-Anfrage (HTTP/1.1)
  • Keep-Alive: Verbindung bleibt offen für mehrere Requests
  • HTTP/2: Multiplexing – viele Requests über eine Verbindung

3. HTTP Request/Response:

Request:  Methode + URL + Header + (Body)
Response: Status + Header + Body

4. Schichten & Adressen:

Was bleibt gleich? Was ändert sich?
Ziel-IP MAC-Adressen (bei jedem Hop)
Ports

Debugging: Browser DevTools (F12 → Network) zeigt alle Requests, Timing, Header.

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Werkzeuge zum Selbst-Erkunden

Im Browser (F12 → Network-Tab):

  • Jeder Request sichtbar
  • Timing, Headers, Response

Im Terminal:

ping hdm-stuttgart.de          # Latenz messen
traceroute hdm-stuttgart.de    # Route anzeigen (Mac/Linux)
tracert hdm-stuttgart.de       # Route anzeigen (Windows)
nslookup hdm-stuttgart.de      # DNS abfragen
curl -I hdm-stuttgart.de       # HTTP-Header abrufen
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Teil 2: CSS

Webseiten gestalten

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Was ist CSS?

Cascading Style Sheets

p {
    color: blue;
    font-size: 16px;
}
  • Trennt Inhalt (HTML) von Darstellung (CSS)
  • "Cascading" = Regeln können überschrieben werden
  • Eine CSS-Datei kann viele HTML-Seiten stylen
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CSS einbinden

Option 1: Externe Datei

<link rel="stylesheet" href="style.css">

Option 2: Style-Tag

<style>p { color: blue; }</style>

Option 3: Inline

<p style="color: blue;">...</p>
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CSS-Anatomie

selector {
    property: value;
}

Beispiel:

h1 {
    color: #333333;
    font-size: 2rem;
    margin-bottom: 1rem;
}

Selektor → was wird gestylt
Property → welche Eigenschaft
Value → welcher Wert

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Selektoren: Element

/* Alle <p>-Elemente */
p {
    color: gray;
}

/* Mehrere Elemente gleichzeitig */
h1, h2, h3 {
    font-family: sans-serif;
}

Element-Selektoren sind die einfachsten.

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Grundlagen IT- und Internettechnik (223015c)

Selektoren: Klasse

<p class="wichtig">Dieser Text ist wichtig.</p>
<p>Dieser nicht.</p>
.wichtig {
    color: red;
    font-weight: bold;
}

Punkt vor dem Namen = Klasse

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Selektoren: ID

<nav id="hauptnavigation">...</nav>
#hauptnavigation {
    background: #333;
    padding: 1rem;
}

Raute vor dem Namen = ID

⚠️ IDs sollten einmalig pro Seite sein.

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Selektoren: Kombinationen

/* Nachfahre (beliebig tief verschachtelt) */
article p { line-height: 1.6; }

/* Direktes Kind (nur eine Ebene) */
nav > a { text-decoration: none; }

/* Nächstes Geschwister */
h2 + p { font-size: 1.2rem; }

/* Element mit Klasse */
p.wichtig { color: red; }
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Spezifität: Welche Regel gewinnt?

Selektor Spezifität
Element (p) 0,0,0,1
Klasse (.wichtig) 0,0,1,0
ID (#header) 0,1,0,0
Inline (style="...") 1,0,0,0
p { color: blue; }           /* 0,0,0,1 */
.text { color: green; }      /* 0,0,1,0 → gewinnt */
#intro { color: red; }       /* 0,1,0,0 → gewinnt über beide */
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CSS Spezifität – Vertiefung

Spezifität bestimmt, welche CSS-Regel gewinnt, wenn mehrere auf dasselbe Element zutreffen. Sie wird als 4-stellige Zahl berechnet: (Inline, IDs, Klassen, Elemente).

Berechnung:

Selektor Inline IDs Klassen Elemente Gesamt
p 0 0 0 1 0,0,0,1
.info 0 0 1 0 0,0,1,0
p.info 0 0 1 1 0,0,1,1
#header 0 1 0 0 0,1,0,0
#header .nav a 0 1 1 1 0,1,1,1

Wichtige Regeln:

  • Eine Klasse (0,0,1,0) schlägt jede Anzahl von Elementen (0,0,0,99)
  • Eine ID schlägt jede Anzahl von Klassen
  • !important bricht alles → vermeiden, da schwer zu überschreiben

Best Practice: Flache Spezifität anstreben. BEM-Methodik (.block__element--modifier) hält Spezifität gleichmäßig niedrig.

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Box-Modell

Jedes HTML-Element ist eine rechteckige Box.

Schichten innen → außen:

  • content – Inhalt (Text, Bild)
  • padding – Innenabstand
  • border – Rahmen
  • margin – Außenabstand

Gesamt-Breite = width + padding + border + margin. Tipp: box-sizing: border-box rechnet padding + border mit ein.

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Box-Modell: CSS

.box {
    width: 200px;
    height: 100px;
    padding: 20px;
    border: 2px solid black;
    margin: 10px;
}

Wichtig:

box-sizing: border-box;

→ width/height inkludiert padding + border

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Farben

/* Keyword */
color: red;
color: rebeccapurple;

/* Hex */
color: #FF0000;
color: #F00;

/* RGB / RGBA */
color: rgb(255, 0, 0);
color: rgba(255, 0, 0, 0.5);

/* HSL */
color: hsl(0, 100%, 50%);
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Einheiten

Einheit Bedeutung
px Pixel (absolut)
% Prozent vom Elternelement
em Relativ zur Schriftgröße des Elements
rem Relativ zur Schriftgröße des Root-Elements
vw / vh Prozent der Viewport-Breite/-Höhe

Empfehlung:
rem für Schrift, % oder vw/vh für Layout

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Pseudo-Klassen

/* Hover – Maus drüber */
a:hover { color: red; }

/* Besuchter Link */
a:visited { color: purple; }

/* Fokussiertes Element */
input:focus { border-color: blue; }

/* Erstes/n-tes Kind */
li:first-child { font-weight: bold; }
li:nth-child(odd) { background: #eee; }

: vor dem Namen = Pseudo-Klasse

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Pseudo-Elemente

/* Vor dem Inhalt einfügen */
.required::before {
    content: "* ";
    color: red;
}

/* Erster Buchstabe */
p::first-letter {
    font-size: 2em;
}

:: = Pseudo-Element (erzeugt "virtuelles" Element)
: = Pseudo-Klasse (wählt existierendes Element im Zustand)

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Responsive Design

/* Mobile First: Basis-Styles */
.container {
    padding: 1rem;
    background: white;
}
/* Ab 768px (Tablet): Anpassungen */
@media (min-width: 768px) {
    .container {
        padding: 2rem;
        background: red;
    }
}
/* Ab 1024px (Desktop): Weitere Anpassungen */
@media (min-width: 1024px) {
    .container {
        background: green;
    }
}
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Responsive Design – Vertiefung

Mobile First ist der Standard: Basis-CSS für kleine Screens, dann Erweiterungen für größere.

Breakpoints (gängige Werte):

Breakpoint Gerät Media Query
< 576px Smartphone (Portrait) Basis (kein Query)
≥ 576px Smartphone (Landscape) @media (min-width: 576px)
≥ 768px Tablet @media (min-width: 768px)
≥ 992px Desktop @media (min-width: 992px)
≥ 1200px Large Desktop @media (min-width: 1200px)

Viewport-Meta-Tag (kritisch!):

<meta name="viewport" content="width=device-width, initial-scale=1">

Ohne diesen Tag ignorieren mobile Browser eure Media Queries und rendern die Desktop-Version verkleinert.

Moderne Alternativen zu Media Queries:

  • clamp(): font-size: clamp(1rem, 2vw, 2rem);
  • Container Queries: Reagieren auf Container-Größe statt Viewport
  • CSS Grid auto-fit/auto-fill: Automatisches Responsive Layout
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Zusammenfassung CSS

Selektoren:

  • Element: p
  • Klasse: .wichtig
  • ID: #header
  • Kombinationen: nav > a, h2 + p

Box-Modell: content → padding → border → margin

Spezifität: Inline > ID > Klasse > Element

Einheiten: rem für Text, %, vw/vh für Layout

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Fragen & Diskussion

Nächster Termin: 24.01.2026 – JavaScript

Kontakt: lb-czechowski@hdm-stuttgart.de

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Lizenz

Diese Präsentation ist lizenziert unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)

Basiert auf Material von:

  • Markus Thamm / Wolfgang Gruel (HdM Stuttgart)
  • Michael Czechowski

Vollständige Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

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SPEAKER NOTES: - Zwei Themen: Netzwerke + CSS - Netzwerke = Fundament. Warum lädt was langsam? Warum Fehler? - Viele neue Begriffe heute – ist normal - Glossar gleich = Landkarte, füllt sich mit Bedeutung

SPEAKER NOTES: - Struktur: Glossar → Schichtenmodell → Reise eines Klicks - Glossar = Landkarte - Schichtenmodell = "Betriebssystem" des Internets - Reise = praktische Anwendung - CSS nach Pause

SPEAKER NOTES: - Code Crispies = unser Material - Codepen = sofort CSS ausprobieren - MDN = DIE Referenz schlechthin - Spiele für Flexbox/Grid – später relevant

SPEAKER NOTES: - Fundament: Ohne Netzwerk kein Internet, kein Web, keine Apps - Jetzt: Begriffe-Bombardement – ist okay - Nächste Folie = Referenz zum Zurückblättern

SPEAKER NOTES: - 6 Grundbegriffe – tauchen überall auf - Client/Server = Grundstruktur des Webs - Browser = Client - Google/HdM/Netflix = Server - Request/Response = Kommunikationsmuster - Protokoll = Regelwerk - Analogie: Restaurant in Japan ohne Regeln zu kennen - Host = Rechner mit Adresse im Netz

SPEAKER NOTES: - Alles im Internet läuft über Adressen - IP = Postanschrift, global eindeutig - MAC = Hardware-Adresse, ab Werk eingebrannt, nur lokal - Port = welches Programm auf dem Rechner - 80 = Web, 443 = HTTPS - Sichtbar in URLs: example.com:8080 - DNS = Telefonbuch: Name → Nummer

SPEAKER NOTES: - Abstrakt, aber wichtig - Payload = der eigentliche Inhalt (Text, Bild, HTML) - Header = Metadaten (wer, wohin, wie groß) - Paket/Segment/Frame = gleiche Daten, verschiedene Verpackung - Wie Matroschka: Schicht packt Schicht ein - Wird klarer beim Schichtenmodell gleich

SPEAKER NOTES: - Performance-Begriffe - Latenz = Verzögerung - Gaming: niedrig wichtig - Download: egal - Bandbreite = Straßenbreite - Streaming: hoch wichtig - Hop = Sprung Router→Router (typisch 10-20) - Ping: Selbst testen! - Terminal: `ping google.de` - Zahl = Latenz in ms

SPEAKER NOTES: - Die wichtigsten Protokolle - HTTP/HTTPS = Webseiten (S = verschlüsselt) - TCP = zuverlässig (alles kommt an) - UDP = schnell (Pakete können verloren gehen) - IP = Routing durchs Internet - DNS = Namensauflösung - Schicht-Spalte: HTTP baut auf TCP, TCP auf IP - Das SIND die Schichten

SPEAKER NOTES: - Wichtigster Teil heute - Wenn das sitzt → alles andere ordnet sich ein - Einstiegsfrage: Warum so kompliziert?

SPEAKER NOTES: - Browser→Server: min. 7-8 Stationen - Jede Station: andere Aufgabe - Browser versteht HTTP - Netzwerkkarte versteht nur Bits (Strom an/aus) - Router versteht IP - Wie zusammenbringen?

SPEAKER NOTES: - Grundprinzip: Arbeitsteilung - Jede Schicht = eine Aufgabe, kennt nur Nachbarn - Browser sagt "will Webseite" – weiß nichts von Ethernet - TCP weiß nichts von WLAN vs. Glasfaser - → Abstraktion: Komplexität verstecken - Geräte-Spalte: Wo "lebt" diese Schicht? - Router = Layer 3, liest IP - Switch = Layer 2, liest MAC - Access Point = Layer 1-2

SPEAKER NOTES: - TCP/IP = das echte Internet - 4 Schichten: - Anwendung: Was will ich? (HTTP, DNS, Mail) - Transport: Kommt an? Welches Programm? (TCP, UDP) - Internet: Wie zum Zielrechner? (IP) - Netzzugang: Wie zum nächsten Gerät? (Ethernet, WLAN) - KLAUSUR: Welches Protokoll → welche Schicht

SPEAKER NOTES: - Encapsulation = Verpackung - Anwendung hat Daten (z.B. HTTP-Request) - TCP: eigener Header dazu (Ports, Seq-Nr) → weiter - IP: eigener Header dazu (IPs) → weiter - Ethernet: Header + Trailer (MACs, Prüfsumme) - Am Ende: Bits → elektrische Signale / Funk - Empfang: Rückwärts auspacken

SPEAKER NOTES: - Glossar-Begriffe jetzt eingeordnet: - Anwendung: Daten/Message - Transport: Segment - Internet: Paket - Netzzugang: Frame - Merkhilfe: D-S-P-F (eigene erfinden!) - KLAUSUR: Begriff → Schicht

SPEAKER NOTES: - Der Witz: Unabhängigkeit - WLAN→Ethernet: Browser merkt nichts, HTTP gleich, TCP gleich - Neues Protokoll HTTP/3: Untere Schichten egal - = Lose Kopplung - Jede Schicht separat weiterentwickelbar

SPEAKER NOTES: - OSI = 7 Schichten, theoretisches Referenzmodell - TCP/IP = 4 Schichten, so gebaut das Internet - OSI eleganter aufgeteilt, aber nicht real - Für uns: TCP/IP reicht - OSI in anderen Kursen → jetzt wisst ihr Zusammenhang

SPEAKER NOTES: - Drei Adresstypen verstehen = häufige Fehlerquelle vermeiden - Warum drei? Reicht nicht eine?

SPEAKER NOTES: - IP = Adresse auf Brief - Global eindeutig (vereinfacht, IPv4/v6 ignoriert) - WICHTIG: Ändert sich NICHT auf dem Weg - Egal wie viele Router → Ziel-IP bleibt gleich

SPEAKER NOTES: - MAC = ganz anders als IP - Identifiziert Hardware (Netzwerkkarte) - NUR lokal relevant - Laptop kennt MAC des Routers - Kennt NICHT MAC des Webservers - ÄNDERT sich bei jedem Hop - Laptop→Router: andere MACs als Router→nächster Router

SPEAKER NOTES: - Dritte Ebene: Port - Ein Server, viele Programme (Web, Mail, SSH...) - Port = welches Programm kriegt's - Standards: - 80 = HTTP (unverschlüsselt) - 443 = HTTPS (verschlüsselt) - 22 = SSH - 53 = DNS - In URLs sichtbar: example.com:8080

SPEAKER NOTES: - KLAUSUR: Diese Tabelle - IP: Welcher Rechner? Global. Bleibt gleich. - MAC: Welcher Nachbar? Lokal. Ändert sich. - Port: Welches Programm? Bleibt gleich. - Merken: NUR MAC ändert sich unterwegs

SPEAKER NOTES: - Alle Werkzeuge da: Schichten, Adressen, Protokolle - Jetzt anwenden - URL → Enter → 200ms → Webseite - Was passiert in 200ms?

SPEAKER NOTES: - 200ms = 1/5 Sekunde, gefühlt instant - In dieser Zeit: - DNS, TCP-Aufbau, HTTP-Request/Response - HTML parsen, CSS laden, Bilder, JS - Fokus: Netzwerk-Seite bis HTML ankommt

SPEAKER NOTES: - Grober Ablauf - Jeder Schritt: Alle Schichten durchlaufen - Runter beim Senden - Rauf beim Empfangen - Los mit DNS

SPEAKER NOTES: - Browser kennt: www.hdm-stuttgart.de - Internet braucht: 212.132.79.37 - Jemand muss übersetzen → DNS

SPEAKER NOTES: - DNS = Telefonbuch (Name → Nummer) - Erst lokal schauen: - Browser-Cache (kürzlich besucht?) - OS-Cache - Sonst: DNS-Server fragen (Provider/Router)

SPEAKER NOTES: - Hierarchisch wie Baum - Root-Server → kennen .de, .com, .org Server - .de-Server → kennen alle .de-Domains - HdM-Server → kennt www, mail, etc. - Niemand muss alle Milliarden kennen

SPEAKER NOTES: - Titel: Der DNS-Lookup - Kompletter Ablauf (wenn nichts gecached) - Resolver = typisch beim Provider, macht Arbeit - Root → .de-Server → HdM-NS → IP - Klingt aufwändig → ist es - Deshalb: Caching wie verrückt - Meiste Anfragen lokal beantwortet

SPEAKER NOTES: - Wichtig: DNS ≠ Magie - DNS = normales Netzwerk-Protokoll - Nutzt UDP (schneller, kleine Anfragen) - Port 53 - Wird auch verpackt: UDP→IP→Ethernet→Bits

SPEAKER NOTES: - IP bekannt → Browser weiß Ziel - Info wird gecached (Min-Std) - Nächster Schritt: TCP-Verbindung

SPEAKER NOTES: - HTTP läuft über TCP - TCP = verbindungsorientiert - Vor Daten: Beide Seiten müssen bereit sein - Handshake = Händeschütteln vor Gespräch - Analogie: Telefon klingeln → abheben → "Hallo?" → reden

SPEAKER NOTES: - Warum Aufwand? - Internet: Pakete können verloren, doppelt, falsche Reihenfolge - TCP löst das: - Verbindung aufbauen - Jedes Byte nummeriert - Fehlendes → nachfordern - Handshake: Sequenznummern synchronisieren

SPEAKER NOTES: - Titel: Der 3-Way-Handshake - SYN = Synchronize, ACK = Acknowledge - 3 Pakete → Verbindung steht - 1. Client SYN: "Will Verbindung, starte bei 1000" - 2. Server SYN-ACK: "OK, ich starte bei 5000, erwarte 1001" - 3. Client ACK: "Verstanden, erwarte 5001" - Seq-Nr wichtig: Beide wissen nächstes erwartetes Byte

SPEAKER NOTES: - Verbindung steht - Client: zufälliger Port vom OS (hier 52431) = Rückkanal - Server: Port 443 = HTTPS-Standard - JETZT können Daten fließen

SPEAKER NOTES: - Jetzt konkret: Browser schickt Request - Die eigentliche Anfrage nach der Webseite

SPEAKER NOTES: - HTTP-Request: lesbar, menschlich verständlich - GET = "hol mir was" (POST = "hier Daten für Sie") - "/" = Wurzel = Startseite - HTTP/1.1 = Protokollversion - Header: Kontext (Host, Browser, Sprache) - ~200 Bytes Text → müssen durchs Internet

SPEAKER NOTES: - 200 Bytes Request → was passiert damit? - Schicht für Schicht verpacken

SPEAKER NOTES: - Erste Verpackung: TCP - TCP-Header VOR die Daten - Source Port (52431 → Antwort-Ziel) - Dest Port (443 → HTTPS) - Sequenznummer - Payload (HTTP-Request) unverändert - = Segment

SPEAKER NOTES: - Nächste Schicht: IP - IP-Header VOR das TCP-Segment - Source IP (Laptop) - Dest IP (Server) - TCP-Segment = jetzt Payload des IP-Pakets - = Paket

SPEAKER NOTES: - Letzte Verpackung: Ethernet - Header vorne, Prüfsumme hinten - WICHTIG: MACs hier! - Source = Laptop - Dest = ROUTER, nicht Server! - Warum? Laptop kann Server nicht direkt erreichen - Erst zum Router → der entscheidet weiter

SPEAKER NOTES: - Woher MAC des Routers? - ARP = Address Resolution Protocol - Broadcast: "Wer hat IP X? Sag MAC!" - Router antwortet → Laptop merkt sich - Automatisch im Hintergrund

SPEAKER NOTES: - Ganz unten: Physik - Frame → Bits → Signale - Je nach Medium: - Kupfer: Spannung High/Low - Glasfaser: Licht an/aus - WLAN: modulierte Funkwellen - Laptop sendet → Router empfängt

SPEAKER NOTES: - Paket unterwegs - Was passiert bei jedem Router?

SPEAKER NOTES: - Router empfängt Frame - Physik: Signale → Bits - Ethernet: MAC okay? Prüfsumme okay? → auspacken - IP: Ziel-IP lesen → 212.132.79.37 → nicht mein Netz - Routing-Tabelle: In welche Richtung?

SPEAKER NOTES: - Router: neuer Frame, neue MACs - Source: jetzt Router - Dest: nächster Router - ABER: IP-Paket unverändert! - IP-Adressen bleiben gleich - Kern: Router packt nur äußerste Schicht aus/ein - Innere Schichten unberührt

SPEAKER NOTES: - Wiederholt sich bei jedem Hop - Typisch: 10-20 Hops bis Ziel - Jeder Router: auspacken → routing → einpacken → weiter - IP immer gleich - MAC ändert bei jedem Sprung

SPEAKER NOTES: - Paket angekommen - Jetzt alles rückwärts: Decapsulation

SPEAKER NOTES: - Schicht für Schicht auspacken: - Physik → Bits - Ethernet → Frame prüfen → auspacken - IP → Ziel-IP = meine? Ja → auspacken - TCP → Port 443 = Webserver-Prozess → auspacken - HTTP → "GET /" = Startseite - Server bearbeitet, erstellt Antwort

SPEAKER NOTES: - Antwort: 200 OK = alles gut - Content-Type: HTML - Content-Length: 45231 Bytes - Dann: eigentlicher HTML-Code

SPEAKER NOTES: - Gleiches Spiel, andere Richtung - TCP: Ziel-Port 52431 (Browser!) - IP: Ziel-IP = Laptop - Ethernet: Dest-MAC = nächster Router - Ab geht's – ganzer Weg zurück

SPEAKER NOTES: - Rückweg: gleiche Mechanik, andere Richtung - Jeder Router: auspacken → routing → einpacken - Bis Paket bei euch ankommt

SPEAKER NOTES: - Laptop empfängt, auspackt: Frame → IP → TCP - TCP: Port 52431 = Browser-Prozess - Browser bekommt HTTP-Response - Beginnt mit Rendern - 200ms vorbei → Webseite sichtbar

SPEAKER NOTES: - Ergänzende Themen für Gesamtverständnis

SPEAKER NOTES: - Zwei Transport-Protokolle - TCP: zuverlässig - Handshake, Seq-Nr, Bestätigungen, Neuübertragung - Perfekt für Web, Downloads (nichts darf fehlen) - UDP: schneller - Kein Handshake, keine Bestätigungen - Verloren = weg - Perfekt für Video-Calls (Verzögerung schlimmer als Verlust)

SPEAKER NOTES: - Video-Call, Paket verloren: - TCP: warten → neu anfordern → warten → Bild friert - UDP: ignorieren → nächstes Frame → kurzer Glitch - Echtzeit: UDP besser

SPEAKER NOTES: - MTU = physikalisches Limit - Ethernet-Frame: max 1500 Bytes Nutzdaten - Webseite 100KB, Video Gigabytes? - TCP zerschneidet in passende Stücke - Jedes mit Sequenznummer - Empfänger setzt zusammen (auch bei falscher Reihenfolge)

SPEAKER NOTES: Zum Schluss noch HTTP-Methoden. GET ist das häufigste – "gib mir was". Wenn ihr eine URL aufruft, ist das ein GET. POST schickt Daten zum Server – wenn ihr ein Formular abschickt. PUT und DELETE sind für APIs – ersetzen oder löschen von Ressourcen. Das wird wichtiger, wenn ihr mit REST-APIs arbeitet.

SPEAKER NOTES: Status-Codes sagen euch, was passiert ist. 2xx heißt: Alles gut. 200 OK ist der Normalfall. 3xx heißt: Umleitung. Die Seite ist woanders. 4xx heißt: Ihr habt was falsch gemacht. 404 kennt ihr – Seite nicht gefunden. 403 heißt: Zugriff verweigert. 5xx heißt: Der Server hat ein Problem. 500 ist ein generischer Fehler, 503 heißt: Server überlastet.

SPEAKER NOTES: Das ist die Zusammenfassung für Teil 1. Das solltet ihr können: Den Ablauf: DNS, TCP-Handshake, HTTP-Request, HTTP-Response. Die Schichten und ihre Protokolle. Den Unterschied zwischen IP und MAC – was bleibt gleich, was ändert sich. Was Ports tun. Wie Encapsulation funktioniert.

SPEAKER NOTES: Probiert das aus! Im Browser: F12, dann Network-Tab. Ladet eine Seite und schaut, welche Requests passieren. Klickt auf einen Request und schaut euch die Header an. Im Terminal: ping zeigt euch die Latenz. traceroute zeigt jeden Hop auf dem Weg. nslookup macht eine DNS-Abfrage. curl holt HTTP-Header. Das sind die Werkzeuge, mit denen Profis Netzwerk-Probleme debuggen.

SPEAKER NOTES: Teil 2: CSS. Cascading Style Sheets. HTML definiert die Struktur – was ist auf der Seite. CSS definiert das Aussehen – wie sieht es aus.

SPEAKER NOTES: CSS steht für Cascading Style Sheets. Die Trennung von Inhalt und Darstellung ist ein fundamentales Prinzip. HTML sagt "das ist ein Absatz". CSS sagt "Absätze sind blau und 16 Pixel groß". Vorteil: Ihr könnt das Design der ganzen Website ändern, indem ihr eine Datei ändert. "Cascading" bedeutet: Regeln fließen nach unten. Eine spezifischere Regel überschreibt eine allgemeine.

SPEAKER NOTES: Drei Wege, CSS einzubinden. Externe Datei ist der Standard. Eine CSS-Datei für die ganze Website. Sauber getrennt, gut cachebar. Style-Tag im HTML-Head: Funktioniert, aber mischt HTML und CSS. Manchmal nützlich für kritisches CSS. Inline-Styles: Vermeiden. Schwer zu warten, keine Wiederverwendung.

SPEAKER NOTES: Die Grundstruktur von CSS. Selektor sagt: "Diese Elemente". Hier: alle h1-Überschriften. In den geschweiften Klammern: Property-Value-Paare. color: dunkelgrau. font-size: 2rem. margin-bottom: 1rem. Semikolon nach jedem Paar. Doppelpunkt zwischen Property und Value.

SPEAKER NOTES: Element-Selektoren wählen alle Elemente eines Typs. "p" trifft alle Absätze. "h1, h2, h3" trifft alle Überschriften erster bis dritter Ordnung. Komma bedeutet "oder" – h1 oder h2 oder h3.

SPEAKER NOTES: Klassen-Selektoren sind flexibler. Ihr definiert eine Klasse im CSS, und weist sie Elementen im HTML zu. Punkt vor dem Namen: .wichtig Eine Klasse kann auf beliebig viele Elemente angewendet werden. Ein Element kann mehrere Klassen haben: class="wichtig highlight"

SPEAKER NOTES: ID-Selektoren sind noch spezifischer. Raute vor dem Namen. IDs sollten auf einer Seite nur einmal vorkommen. Für Navigation, Header, Footer, Main – einmalige Elemente. In der Praxis: Klassen sind meist besser. IDs haben hohe Spezifität und sind unflexibel.

SPEAKER NOTES: Kombinationen erlauben präzisere Auswahl. Leerzeichen: Nachfahre. "article p" heißt: alle p-Elemente irgendwo innerhalb eines article. Größer-als: Direktes Kind. "nav > a" heißt: nur Links, die direkt in nav liegen, nicht tiefer verschachtelt. Plus: Nächstes Geschwister. "h2 + p" heißt: der Absatz direkt nach einer h2. Element.Klasse: Das Element muss beides sein. "p.wichtig" heißt: nur p-Elemente mit Klasse wichtig.

SPEAKER NOTES: Wenn mehrere Regeln auf ein Element zutreffen, gewinnt die spezifischere. Spezifität wird in vier Zahlen gemessen. Von links nach rechts: Inline, IDs, Klassen, Elemente. Ein Element-Selektor hat 0,0,0,1. Eine Klasse hat 0,0,1,0. Eine ID hat 0,1,0,0. 0,0,1,0 schlägt 0,0,0,99 – auch hundert Element-Selektoren schlagen keine Klasse. Inline-Styles schlagen alles – außer !important, was ihr vermeiden solltet.

SPEAKER NOTES: Das Box-Modell ist fundamental. Jedes Element ist eine Box. Von innen nach außen: Content: Der eigentliche Inhalt. Text, Bild, was auch immer. Padding: Innenabstand. Zwischen Content und Border. Border: Der Rahmen. Margin: Außenabstand. Zwischen diesem Element und anderen.

SPEAKER NOTES: So setzt ihr die Box-Eigenschaften. Standardmäßig ist width nur der Content. Padding und Border kommen oben drauf. Das ist verwirrend. box-sizing: border-box ändert das. Dann ist width die Gesamtbreite inklusive Padding und Border. Viel intuitiver. Best Practice: Setzt das global für alle Elemente.

SPEAKER NOTES: Farben können auf verschiedene Arten angegeben werden. Keywords: red, blue, rebeccapurple. Begrenzte Auswahl, aber lesbar. Hex: Sechs Zeichen, je zwei für Rot, Grün, Blau. #FF0000 ist reines Rot. RGB: Gleiche Idee, aber dezimal. rgb(255, 0, 0). RGBA: Mit Alpha-Kanal für Transparenz. 0 ist unsichtbar, 1 ist voll sichtbar. HSL: Hue, Saturation, Lightness. Manchmal intuitiver für Farbanpassungen.

SPEAKER NOTES: Einheiten – wichtig für responsive Design. px ist absolut. 16px ist 16px, egal was. % ist relativ zum Elternelement. width: 50% heißt: halb so breit wie der Container. em ist relativ zur Schriftgröße des aktuellen Elements. Kompliziert bei Verschachtelung. rem ist relativ zur Root-Schriftgröße (meist 16px). Einfacher zu handhaben. vw und vh sind Prozent des Viewports. 100vw ist die volle Bildschirmbreite.

SPEAKER NOTES: Pseudo-Klassen wählen Elemente in bestimmten Zuständen. :hover ist der häufigste – wenn die Maus drüber ist. :focus ist wichtig für Accessibility – wenn ein Element den Tastatur-Fokus hat. :first-child, :nth-child und ähnliche wählen basierend auf Position. Wichtig für interaktive Elemente und Zebra-Streifen in Tabellen.

SPEAKER NOTES: Pseudo-Elemente erzeugen virtuelle Elemente, die nicht im HTML stehen. ::before und ::after fügen Inhalt vor oder nach dem Element ein. Oft für Icons oder Dekorationen. ::first-letter und ::first-line für typografische Effekte. Doppelpunkt zur Unterscheidung von Pseudo-Klassen – aber einfacher Doppelpunkt funktioniert auch aus Kompatibilitätsgründen.

SPEAKER NOTES: Responsive Design: Die Seite passt sich der Bildschirmgröße an. Mobile First: Ihr schreibt zuerst die Styles für kleine Screens. Dann fügt ihr mit @media-Queries Anpassungen für größere Screens hinzu. min-width heißt: "ab dieser Breite". Also: Basis gilt für alle. Ab 768px gelten zusätzliche Regeln. Ab 1024px noch mehr. Das Gegenteil wäre Desktop First mit max-width – aber Mobile First ist heute Standard.

SPEAKER NOTES: Zusammenfassung CSS. Selektoren: Element, Klasse, ID, Kombinationen. Klassen sind am flexibelsten. Box-Modell: Alles ist eine Box. Von innen nach außen: content, padding, border, margin. Spezifität: Die spezifischere Regel gewinnt. Einheiten: rem für Schrift, relative Einheiten für Layout.

SPEAKER NOTES: Das war's für heute. Nächstes Mal: JavaScript. Da wird's interaktiv. Fragen jetzt oder per Email. Übt das – vor allem CSS könnt ihr sofort ausprobieren. Codepen auf, loslegen.