Grundlagen IT- und Internettechnik

223015c · Modul "Technik 1" · 1. Semester
Digital- und Medienwirtschaft
Hochschule der Medien Stuttgart

Sommersemester 2026

https://librete.ch/hdm/223015c/

Grundlagen IT- und Internettechnik (223015c)

Kursübersicht

Kapitel:

  1. Geschichte, Grundlagen & HTML
  2. Netzwerke, Protokolle, semantisches HTML & CSS
  3. Interaktivität, Animationen & JavaScript

Ziel: "Gelernte Hilflosigkeit" ablegen

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Ressourcen zum Selbstlernen

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Kapitel 1

Geschichte, Grundlagen & HTML

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Die Geschichte des Computers

Vom ersten Algorithmus bis zum globalen Netzwerk

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Ada Lovelace (1815–1852)

Die erste Programmiererin der Welt

  • Erste Programmiererin – 100 Jahre vor dem ersten Computer
  • Zusammenarbeit mit Charles Babbage an der Analytical Engine
  • Ihre Notizen: umfangreicher als sein Originaltext
  • Erst 1953 wiederentdeckt und gewürdigt
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Herman Hollerith (1860–1929)

Erfinder der Lochkarten-Datenverarbeitung

  • Problem: Volkszählung 1880 brauchte 7 Jahre zur Auswertung
  • Lösung: Lochkarten + elektromechanische Tabelliermaschine
  • Ergebnis: 1890 Census in 2,5 Jahren – 5 Mio. Dollar gespart
  • Gründete Firma, die später zu IBM wurde
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Die Geburt von IBM

Vom Einmannbetrieb zum Technologieriesen

  • 1896: Hollerith gründet Tabulating Machine Company
  • 1911: Fusion zur Computing-Tabulating-Recording Company (CTR)
  • 1924: Umbenennung in International Business Machines (IBM)
  • Dominiert die nächsten 50 Jahre die Computerwelt
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IBM und NS-Deutschland

Technologie im Dienst des Terrors

  • Dehomag: Deutsche Hollerith-Maschinen GmbH (IBM-Tochter)
  • Volkszählung 1933: Identifikation von Juden
  • Verwaltung der Konzentrationslager
  • Logistik der Deportationen

→ Edwin Black: "IBM and the Holocaust" (2001)

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Vom Ende des Zweiten Weltkriegs

Geburt des modernen Computers

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Alan Turing (1912–1954)

Begründer der theoretischen Informatik

  • 1936: Turing-Maschine – definiert, was Computer können (und was nicht)
  • 1940er: Enigma-Entschlüsselung mit elektromechanischen Maschinen
  • 1950: Turing-Test – erste formale Definition von "Künstlicher Intelligenz"
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Das Manhattan-Projekt (1942–1945)

Problem: Millionen von Berechnungen nötig für:

  • Ballistik-Berechnungen
  • Implosions-Simulationen
  • Nuklearphysik-Gleichungen

Lösung 1943: Menschliche "Computer"
→ Mathematikerinnen mit Taschenrechnern & IBM-Lochkarten

Zu langsam → Bedarf an automatischer Berechnung

Schlüsselfigur: John von Neumann (Mathematik & Stoßwellen)

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John von Neumann (1903–1957)

  • Geboren in Budapest, Österreich-Ungarn
  • Mit 8: Konnte Telefonbücher auswendig
  • Mit 22: Doktor in Mathematik

Beiträge:

  • Quantenmechanik
  • Spieltheorie
  • Computerarchitektur
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ENIAC (1945)

Electronic Numerical Integrator and Computer

  • 30 Tonnen, 167 m² Fläche
  • 18.000 Vakuumröhren
  • 5.000 Additionen pro Sekunde
  • Programmierung durch Umstecken von Kabeln

Problem: Bei jedem neuen Problem → Wochen Umverkabelung

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Von-Neumann-Architektur (1945)

Die zentrale Idee: Programme und Daten im selben Speicher

Vorher (z.B. ENIAC): Programme durch Umstecken von Kabeln
→ Tagelange Arbeit für jedes neue Problem

Nachher: Programme als austauschbare Daten im Speicher
→ Grundlage aller Computer: Laptop, Smartphone, Server

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Von-Neumann: 5 Komponenten

Komponente Funktion Heute
Rechenwerk (ALU) Führt Berechnungen durch Teil der CPU
Steuerwerk Interpretiert Befehle, steuert Ablauf Teil der CPU
Speicherwerk Speichert Programme UND Daten RAM + SSD
Ein-/Ausgabe Tastatur, Bildschirm, Netzwerk USB, WiFi, HDMI
Bus-System Verbindet alle Komponenten PCIe, SATA, DDR

Kernprinzip: Programme und Daten teilen sich denselben Speicher.
→ Computer wird universell programmierbar (nicht mehr für ein Problem verdrahtet)

Bus = Adressbus (wohin?) + Datenbus (was?) + Steuerbus (lesen/schreiben?)

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Von-Neumann-Architektur: Bedeutung

Ohne Von-Neumann-Architektur:

  • Kein Betriebssystem
  • Keine Apps
  • Kein Multitasking
  • Keine Updates bzw. Veränderungen am Computer System

Die meisten Computer basieren auf diesem Prinzip:
Laptop, Smartphone, Server, Spielkonsole...

Ausnahme: Mikrocontroller & DSPs nutzen oft die Harvard-Architektur
(separate Speicher für Code und Daten → schneller für Echtzeitanwendungen)

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Grace Hopper (1906–1992)

"Amazing Grace" – Pionierin der Softwareentwicklung

  • 1944: Programmierte den Mark I (Harvard)
  • 1952: Entwickelte den ersten Compiler (A-0)
  • 1959: Mitentwicklung von COBOL
  • Rear Admiral der US Navy

Der erste "Bug":
1947 fand sie eine echte Motte im Mark II
→ "Debugging" wurde zum Begriff

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Kathleen Booth (1922–2022)

Die erste Stufe über Maschinencode

  • Entwickelt am Birkbeck College, London
  • Mnemonische Befehle statt Binärzahlen (MOV, ADD, JMP)
  • Jeder Befehl entspricht direkt einer CPU-Instruktion
  • Hardwarenah, aber für Menschen lesbar

Fun Fact: Chris Sawyer schrieb RollerCoaster Tycoon (1999) fast komplett in x86-Assembly

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Margaret Hamilton (*1936)

Pionierin des Software Engineering

  • 1965–1969: Leitete das Software-Team am MIT für Apollo
  • Entwickelte die Flugsoftware für Apollo 11
  • Prägte den Begriff "Software Engineering"
  • Software verhinderte Abbruch der Mondlandung

Apollo 11 (1969):
Ihre Fehlererkennung rettete die Mission, als der Computer überlastet wurde

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Lektionen für heute

Technologie ist nie neutral

  • Big Data ermöglicht Massenüberwachung
  • KI-Systeme übernehmen Entscheidungen über Menschen
  • Social Media schädigt nachweislich die psychische Gesundheit Minderjähriger
  • PimEyes: RAF-Terroristin in 30 Minuten gefunden – Polizei brauchte 30 Jahre

→ Verantwortung liegt bei denen, die Technologie bauen, einsetzen und regulieren

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Vom Militär zum Netz

Die Entstehung des Internets

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Kalter Krieg: Das Problem der Kommunikation

1957: Sputnik-Schock → USA investiert massiv in Forschung
ARPA (Advanced Research Projects Agency) wird gegründet

Das Problem: Zentrale Netzwerke sind verwundbar
→ Ein Treffer = gesamte Kommunikation tot

Die Idee (Paul Baran, 1964): Packet Switching
→ Nachrichten in kleine Pakete aufteilen
→ Jedes Paket findet seinen eigenen Weg
→ Kein einzelner Punkt kann das Netz zerstören

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Internet-Timeline

Jahr Meilenstein
1966 ARPANET-Projekt startet
1969 Erste Verbindung: UCLA <-> Stanford
1974 TCP/IP-Protokoll entwickelt
1983 ARPANET wechselt zu TCP/IP
1989 Tim Berners-Lee erfindet das WWW
1993 Erster grafischer Browser (Mosaic)
1995 Kommerzialisierung, Amazon/eBay gegründet
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Das WWW (1989)

Tim Berners-Lee am CERN (Genf)

Problem: WissenschaftlerInnen können Dokumente nicht verlinken

Lösung:

  • HTML – Auszeichnungssprache für Dokumente
  • HTTP – Protokoll zum Übertragen
  • URL – Eindeutige Adressen

1991: Erste Webseite geht online

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1,3 Millionen Kilometer Unterseekabel

Heute:

  • 5,5 Milliarden Menschen online
  • >400 Unterseekabel weltweit
  • Daten reisen mit Lichtgeschwindigkeit (Glasfaser)

Keine "Cloud" ohne Kabel – das Internet ist physische Infrastruktur.

Five Eyes (USA, UK, Kanada, Australien, Neuseeland):
→ Zapfen Unterseekabel an – globale Massenüberwachung

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Bit & Byte

Die Sprache der Computer

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Das Bit

Kleinste logische Informationseinheit

  • 0 oder 1
  • AN oder AUS
  • Strom fließt oder nicht

BIT = Binary DigIT (Binärziffer)
Geprägt 1948 von Claude Shannon

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Das Byte

Die kleinste adressierbare Informationseinheit

8 bit = 1 Byte

0 0 1 0 1 0 1 0                                                                              = 42
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Das Byte

8 bit = 1 Byte

0 0 0 0 0 0 0 0                                                                               = 0
0 0 0 0 0 0 0 1                                                                               = 1
0 0 0 0 0 0 1 0                                                                               = 2
0 0 0 0 0 0 1 1                                                                               = 3
0 0 0 0 0 1 0 0                                                                               = 4

0 1 0 0 0 0 0 0                                                                               = 64
0 1 1 1 1 1 1 1                                                                               = 127
1 1 1 1 1 1 1 1                                                                               = ?

2 × 2 × 2 × 2 × 2 × 2 × 2 × 2 = 2⁸ = 256 mögliche Zustände

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Was kann man mit 256 Zuständen machen?

  • 256 Zeichen (Buchstaben, Zahlen, Symbole)
  • 256 Graustufen (0 = Schwarz, 255 = Weiß)
  • 256 Lautstärkestufen
  • Zahlen 0-255

Für Farbe: 3 Bytes pro Pixel (RGB)
R=0-255, G=0-255, B=0-255 → 16,7 Millionen Farben

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Hexadezimal: Lesbarkeit

Für den Menschen ungeeignet:
01001101 01010000 00110011

Hexadezimal (Base 16):
4D 50 33 (= "MP3" in ASCII)

Jede Hex-Ziffer = 4 Bits (ein "Nibble")
0-9, A-F (A=10, B=11, ..., F=15)

4 = 0100 D = 1101
5 = 0101 0 = 0000
3 = 0011 3 = 0011

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Wo begegnet Ihnen Hex-Code?

Kontext Beispiel
CSS-Farben #FF5733
MAC-Adressen 00:1A:2B:3C:4D:5E
Fehlercodes 0x80070005
Speicheradressen 0xA04F20
Unicode U+00E4 (ä)
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Bit vs. Byte: Die Verwirrung

1 Byte = 8 Bit → Bit ÷ 8 = Byte

Einheit (Bit) Einheit (Byte)
1 Kbit = 1.000 Bit 1 KB = 1.000 Byte = 8.000 Bit
1 Mbit = 1.000.000 Bit 1 MB = 1.000.000 Byte = 8 Mbit
1 Gbit = 1 Mrd. Bit 1 GB = 1 Mrd. Byte = 8 Gbit

100 Mbit/s Bandbreite = 12,5 MB/s Downloadrate

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Unsere erste Webseite

HTML-Grundlagen

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Was ist HTML? (1/2)

HyperText Markup Language

  • Keine Programmiersprache
  • Am ehesten eine Formattierungssprache
  • Beschreibt Struktur und Aufbau einer Webseite
    • <p>Das ist ein Absatz.</p>
      
      <input type="date"/>
      
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Was ist HTML? (2/2)

  • Mit HTML werden HTML-Dokumente beschrieben (bspw. index.html)
  • Ein HTML-Dokument beschreibt das/den Document Object Model (DOM)
  • Der DOM ist eine hierarchische Baumstruktur (Kind- und Elternelemente)
    • parent nodes / elements
    • child nodes / elements
    • sibling nodes / elements
    • Während wir in HTML von Elementen bzw. elements sprechen, so werden sie in JavaScript (JS) eher als nodes gelesen.
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HTML-Anatomie (1/2)

Formattierungssprache

  • HTML folgt einer strengen Syntax zur Formattieren von digitalen Inhalten
    • Syntax: <element attribute="value"> ... </element>
    • Öffnende und schließende HTML-Tags müssen identisch sein
    • Das schließende Tag muss ein / nach der Spitzenklammer haben
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HTML-Anatomie (2/2)

  • Wir unterscheiden zwischen umschließende und selbst-schließende HTML-Tags
    • Umschließend
      • <b> ... </b> fett-gedruckter Text (inline)
      • <a> ... </a> Hyperlink (Verlinkung zu anderen Webseiten, Bildern)
      • <body> ... </body> Sichtbarer Teil eines HTML-Dokuments
      • <details> ... </details> Collapsable / Akkordion / Aufklapp-Text
    • Selbst-schließend
      • <img /> Bild, Vektorgrafik etc.
      • <input /> Eingabefeld
      • <meta /> Metadaten
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Darstellungsebene und Metadaten

<html>
  <head>
    METADATEN
  </head>
  
  <body>
    DARSTELLUNGSEBENE
  </body>
</html>
  • Ein HTML-Dokument besteht grundsätzlich aus zwei Teilen:
    • <head> ... </head> Metadaten für den Browser, zum Teilen, für Suchmaschinen
    • <body> ... </body> Darzustellender Inhalt, Text, Formulare
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HTML Metadaten

<html>
  <head>
    <title>HdM Webseite - Hochschule der Medien</title>
    <meta name="description" content="Studieren. Wissen. Machen." />
    <meta name="og:image" content="https://...." />
    ...
  </head>
  ...
</html>

Webseiten besuchen nicht nur Menschen, sondern auch Suchmaschinen, Bots, Screen-Reader. Metadaten helfen beim "Verstehen" der Inhalte.

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HTML Metadaten – Vertiefung

Der <head>-Bereich enthält Informationen über das Dokument, nicht den sichtbaren Inhalt. Diese Metadaten steuern Browser-Verhalten, Suchmaschinen-Indexierung und Social-Media-Vorschauen.

Kritische Meta-Tags:

Tag Funktion Beispiel
<title> Browser-Tab, Suchergebnis-Titel <title>HdM Stuttgart</title>
<meta charset> Zeichenkodierung (Umlaute!) <meta charset="UTF-8">
<meta viewport> Mobile Darstellung width=device-width, initial-scale=1
<meta description> Suchergebnis-Snippet (max 160 Zeichen) SEO-kritisch

Open Graph Protocol (Ehemals Facebook, 2010):

<meta property="og:title" content="Artikel-Titel">
<meta property="og:image" content="https://example.com/preview.jpg">

Steuert die Vorschau beim Teilen auf Mastodon, LinkedIn, Signal, MS Teams, Slack ...

SEO-Relevanz: Google nutzt <title> und <meta description> für Ranking und Snippet-Anzeige. Fehlende Metadaten = schlechtere Auffindbarkeit.

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HTML-Tags und Attribute

<body>
  <p class="wichtig">Das ist ein wichtiger Absatz.</p>
  <p>Das ist ein gewöhnlicher Absatz.</p>
</body>
Teil Bezeichnung
<p> Opening Tag (öffnendes Tag)
class="wichtig" Attribut
Das ist ein wichtiger Absatz. Inhalt
</p> Closing Tag (schließendes Tag)
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HTML-Tags und Attribute (selbst-schließend)

Geburtsdatum <input type="date" />
Teil Bezeichnung
<input ... Eingabefeld
type="date" Attribut type mit dem Wert date
... /> Schließendes / im (öffnenden) Tag enthalten
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Vollständiges Grundgerüst

<!DOCTYPE html>
<html lang="de">
<head>
  <title>Portfolio von ...</title>
  <meta name="description" content="Hier gibt es die besten ..." />
  <meta name="og:image" content="https://...." />
</head>
<body>
  <h1>Hallo Welt!</h1>
  <p>Das ist mein erster Absatz.</p>
</body>
</html>
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Die wichtigsten Tags

Tag Bedeutung
<h1> bis <h6> Überschriften (h1 = größte)
<p> Absatz (Paragraph)
<a href="..."> ... </a> Hyper-Link
<img src="..."/> Bild
<ul>, <ol>, <li> Listen
<div> Container/Box
<span> Inline-Container
<input type="..."> Eingabefeld/Input
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Natives HTML

Was noch üblicherweise mit Skriptsprachen wie JavaScript und anderen umgesetzt werden musste, kann nun HTML selber. Wer dieses dennoch verwendet, hat das einen sog. "Code smell".

Funktion HTML-Element
Aufklapp-Text <details> + <summary>
Popup/Modal <dialog>
Fortschrittsbalken <progress>
Datum-Auswahl <input type="date">
Validierung Attribute beliebig verknüpfbar required, min, max
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Beispiel: Details/Summary

Akkordion · Accordion · Aufklappmenü · Collapsible · Collapsable · Expandible

<details>
  <summary>Klick mich!</summary>
  <p>Dieser Text ist versteckt.</p>
</details>

Dokumentation auf developer.mozilla.org

Code-Beispiel auf codecrispi.es

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Beispiel: Details/Summary (geöffnet)

<details open>
  <summary>Klick mich!</summary>
  <p>Dieser Text war versteckt.</p>
</details>

Dokumentation auf developer.mozilla.org

Code-Beispiel auf codecrispi.es

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Beispiel: Button

<button>Add to favorites</button>

Dokumentation auf developer.mozilla.org

Code-Beispiel auf codecrispi.es

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Beispiel: Input/Eingabefeld

<input
  type="text"
  maxlength="8"
  size="10" />

Dokumentation auf developer.mozilla.org

Code-Beispiel auf codecrispi.es

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Beispiel: Dialog

Modal · Modales Fenster · Popup · Popup-Fenster · Overlay · Dialogfenster

<dialog open>
  <p>Greetings, one and all!</p>
  <form method="dialog">
    <button>OK</button>
  </form>
</dialog>

Dokumentation auf developer.mozilla.org

Code-Beispiel auf codecrispi.es

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"Barrierefreiheit"

Accessibility (a11y)

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Wie nutzen Menschen das Web?

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Wie nutzen Menschen das Web?

Eingabe Nutzungsweise
Maus Klicken, Scrollen
Tastatur Tab-Navigation, Enter, Pfeiltasten
Screenreader Vorlesen von Inhalten (NVDA, VoiceOver, TalkBack, Orca)
Sprachsteuerung "Klicke auf Anmelden"
Augensteuerung Eye-Tracking
Switch-Geräte Ein-/Aus-Schalter

Nicht alle Menschen nutzen Maus oder Touchscreens gleichermaßen.

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Web-Zugänglichkeit – Vertiefung

Die WHO schätzt, dass 15% der Weltbevölkerung eine Behinderung haben – das sind über 1 Milliarde potenzielle NutzerInnen.

Arten von Einschränkungen:

Typ Permanent Temporär Situativ
Visuell Blindheit Nach Augen-OP Grelle Sonne
Motorisch Amputation Gebrochener Arm Baby auf dem Arm
Auditiv Taubheit Ohrenentzündung Laute Umgebung
Kognitiv Legasthenie Müdigkeit Ablenkung

Assistive Technologien:

  • Screenreader: NVDA & Narrator (Windows), VoiceOver (macOS/iOS), TalkBack (Android), Orca (Linux) – überwiegend builtin oder Open Source; JAWS (Windows) kommerziell
  • Braillezeilen: Taktile Ausgabe, ~40–80 Zeichen
  • Switch-Geräte: Ein-Knopf-Steuerung für motorische Einschränkungen
  • Eye-Tracking: Blicksteuerung für Bewegungsunfähige

Screenreader lesen den DOM sequenziell – semantisches HTML (<nav>, <main>, <button>) ermöglicht Navigation per Tastenkürzel.

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Warum "Barrierefreiheit"?

Rechtlich:

  • EU: European Accessibility Act (seit Juni 2025 in Kraft!)
  • DE: BITV 2.0 (Behörden), Privatwirtschaft betroffen

Ethisch:

  • Teilhabe für alle Menschen
  • Digitale Inklusion

Praktisch:

  • Bessere UX für alle (SEO, Mobile, ältere Menschen, temporäre Einschränkungen)
  • Größerer Markt (~15% der Bevölkerung)
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Rechtliche Anforderungen – Vertiefung

Der European Accessibility Act (EAA) trat am 28. Juni 2025 in Kraft und betrifft erstmals auch private Unternehmen – nicht nur öffentliche Stellen.

Betroffene Sektoren:

  • E-Commerce (Online-Shops)
  • Bankdienstleistungen
  • Telekommunikation
  • E-Books und E-Reader
  • Ticketing und Check-in-Terminals

WCAG 2.2 – Konformitätsstufen:

Level Anforderung Beispiel
A Minimum Alt-Texte für Bilder
AA Gesetzlicher Standard Kontrast 4,5:1, Tastaturnavigation
AAA Optimal Gebärdensprache für Videos

Sanktionen: Bis zu 100.000 € Bußgeld bei Verstößen

Curb-Cut-Effekt: Barrierefreiheit hilft allen. Bordsteinabsenkungen für Rollstühle nutzen auch Kinderwagen, Rollkoffer, Fahrräder. Untertitel helfen Gehörlosen, aber auch in lauten Umgebungen oder beim Sprachlernen.

WCAG: Der Standard

Web Content Accessibility Guidelines · Herausgeber: W3C / WAI · WCAG 2.2 (Okt. 2023) verbindlich · WCAG 3 Working Draft (März 2026)

4 Prinzipien (POUR):

Prinzip Bedeutung
Perceivable Wahrnehmbar – Inhalte müssen erkennbar sein
Operable Bedienbar – Funktionen müssen nutzbar sein
Understandable Verständlich – Inhalte müssen klar sein
Robust Robust – Funktioniert mit verschiedenen Technologien

Konformitätslevel: A · AA (gesetzlicher Standard) · AAA · w3.org/WAI/WCAG22/quickref

Grundlagen IT- und Internettechnik (223015c)

Perceivable: Wahrnehmbar

Texte:

  • Kontrast: Mindestens 4,5:1 für Text
  • Untertitel: Videos brauchen Captions
  • Responsive: Inhalte bei 200% Zoom nutzbar

Textalternativen für Nicht-Text:

<img src="tankman.jpg"
     alt="Ein Mann mit Einkaufstüten steht
          allein vor einer Reihe Panzer –
          Tiananmen-Platz, Peking,
          5. Juni 1989">
Michael Czechowski – HdM Stuttgart – SoSe 2026

Operable: Bedienbar

Tastaturzugänglich:

/* Fokus-Ring nur bei Tastatur-Navigation */
button:focus-visible {
  outline: 3px solid #d63384;
  outline-offset: 3px;
  border-radius: 4px;
}

/* Anti-Pattern: Tastatur-Nutzende sind "blind" */
button:focus { outline: none; }

Genügend Zeit: Session-Timeouts ankündigen, Verlängerung ermöglichen

Kein Flackern: max. 3×/Sekunde (schützt vor epileptischen Anfällen)

Grundlagen IT- und Internettechnik (223015c)

Understandable: Verständlich

Sprache angeben:

<html lang="de">

Konsistente Navigation: Gleiche Elemente an gleicher Stelle

Fehler erklären:

<input type="email" aria-describedby="email-error">
<p id="email-error" role="alert">
    Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
</p>
Michael Czechowski – HdM Stuttgart – SoSe 2026
Grundlagen IT- und Internettechnik (223015c)

Robust: Technisch solide

Semantisches HTML:

<!-- Schlecht -->
<div class="button" onclick="...">Klick mich</div>

<!-- Gut -->
<button type="button">Klick mich</button>

ARIA nur wenn nötig:

<!-- Nötig: Custom-Komponente -->
<div role="tablist" aria-label="Produktkategorien">
    <button role="tab" aria-selected="true">Schuhe</button>
    <button role="tab" aria-selected="false">Jacken</button>
</div>
Michael Czechowski – HdM Stuttgart – SoSe 2026

Barrierefreiheit testen

Automatisierte Tests finden nur ~30% der Barrierefreiheitsprobleme. Der Rest erfordert manuelles Testen und idealerweise echte NutzerInnen mit Behinderungen.

Tastatur-Test – Maus weglegen, nur diese Tasten nutzen:

center

Barrierefreiheit testen – Werkzeuge

Automatisierte Tools (finden ~30% der Verstöße):

Tool Typ Findet
WAVE Browser-Extension Kontrast, Struktur, Tab-Reihenfolge
Lighthouse Chrome DevTools Performance + A11y-Audit
Pa11y CLI CI/CD-Integration
axe DevTools Browser-Extension (Pro · Profi-Tool) Detailanalyse, Regel-Engine

Screenreader (OS-nativ oder OSS):

OS Screenreader Hinweis
macOS / iOS VoiceOver (Cmd + F5) builtin
Windows NVDA · Narrator NVDA OSS, Narrator builtin
Linux Orca + espeak-ng GNOME builtin
Android TalkBack builtin

Manueller Test: SR aktivieren, Formular ausfüllen. Einarbeitung nötig – "Augen schließen" bildet echte SR-Nutzung nicht ab.

Gold-Standard: Usability-Tests mit Menschen, die Assistive Technologien täglich nutzen.

Barrieren im Netz vermeiden (a11y)

Tastatur-Test:

  • Alle Funktionen sind nur mit Tab + Enter nutzbar
  • Fokus immer sichtbar: Textlinks, Buttons, Texteingabe etc.
  • Logische Tab-Reihenfolge: "Skip to main", Navigation, Hauptinhalt

Screenreader-Test:

  • VoiceOver (Mac): Cmd + F5
  • NVDA (Windows): Gratis-Download

Tools/Browser-Extensions:

Grundlagen IT- und Internettechnik (223015c)

Fragen & Diskussion

Kontakt: lb-czechowski@hdm-stuttgart.de

Michael Czechowski – HdM Stuttgart – SoSe 2026
Grundlagen IT- und Internettechnik (223015c)

Lizenz

Diese Präsentation ist lizenziert unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)

Basiert auf Material von:

  • Michael Czechowski
  • Markus Thamm / Wolfgang Gruel (HdM Stuttgart)

Vollständige Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

Michael Czechowski – HdM Stuttgart – SoSe 2026

SPEAKER NOTES: - Code Crispies = unser Material - Codepen = sofort CSS ausprobieren - MDN = DIE Referenz schlechthin - Spiele für Flexbox/Grid – später relevant

Ada Lovelace, Daguerreotypie 1843 Antoine Claudet

Babbage: Mathematiker, besessen von Rechenmaschinen. Erste Maschine: Difference Engine (reine Rechenmaschine). Zweite Maschine: Analytical Engine – programmierbar, mit Lochkarten gesteuert. Nie fertig gebaut, aber revolutionär im Konzept. Ada: Tochter von Lord Byron, dem Dichter. Die Mutter – selbst Mathematikerin – hatte Angst, Ada könnte den "Wahnsinn" des Vaters erben. Also: strikte naturwissenschaftliche Erziehung. Weg von der Poesie, hin zur Logik. 5. Juni 1833, Ada ist 17: Sie trifft Babbage bei seinen legendären »Saturday night soirées«. Elitekreise. Er zeigt ihr seine Maschine – und sie versteht sie. Besser als fast alle anderen. 1835 heiratet sie William King → Ada King, Countess of Lovelace. Das Zusammenspiel dieser beiden: Ein Ingenieur, der Hardware baut. Eine Dichterstochter, die Software denkt. 100 Jahre vor den ersten echten Computern. Programmiersprache "Ada" (1980) nach ihr benannt.

Herman Hollerith, ca. 1890

Hollerith: Deutsch-amerikanischer Ingenieur, Statistiker am US Census Bureau. Das Problem: Die USA wuchsen so schnell, dass die Volkszählung von 1880 erst 1887 fertig ausgewertet war – die nächste Zählung stand schon bevor. Inspiration: Jacquard-Webstuhl. Dieser französische Webstuhl nutzte seit 1804 Lochkarten zur Steuerung komplexer Muster. Hollerith übertrug das Prinzip auf Daten. Seine Innovation: Eine Lochkarte = ein Datensatz (eine Person). Die Position der Löcher codierte Informationen (Alter, Geschlecht, Beruf etc.). Elektromechanische Maschine las die Karten und zählte automatisch. 1896 gründete er die Tabulating Machine Company. Nach mehreren Fusionen entstand daraus 1924 IBM – International Business Machines. Die Lochkarte blieb bis in die 1970er das Standardformat für Dateneingabe.

Hollerith-Lochkartenmaschine, ca. 1908 US Census Bureau

Hollerith-Lochkartenmaschine

Hollerith-Lochkartenmaschine, ca. 1940 US Census Bureau

Thomas J. Watson Sr. übernahm 1914 die Führung und prägte IBM entscheidend. Sein Motto: "THINK" – stand auf Schildern in jedem IBM-Büro. Warum "Big Blue"? IBMs Firmenfarbe war dunkelblau, ihre Großrechner hatten blaue Gehäuse. Der Spitzname entstand in den 1960ern. Geschäftsmodell: IBM verkaufte nicht nur Maschinen, sondern vermietete sie – inklusive Wartung. Kunden waren abhängig. Ein frühes "Software-as-a-Service"-Modell. Lochkarten blieben Standard bis in die 1970er. Die 80-Spalten-Karte prägte sogar frühe Bildschirmbreiten (80 Zeichen). Heute: IBM hat sich neu erfunden – Cloud-Computing, KI (Watson), und 2019 Übernahme von Red Hat für 34 Milliarden Dollar.

Hollerith-Maschinen im Dritten Reich Dehomag = Deutsche Hollerith-Maschinen GmbH (IBM-Tochter)

Die Volkszählung 1933 fragte erstmals systematisch nach "Rasse" und Religion. Lochkarten ermöglichten die schnelle Auswertung – wer war Jude, wer Halbjude, wer mit wem verheiratet? Dehomag war IBMs profitabelste Auslandstochter. IBM lieferte nicht nur Maschinen, sondern auch maßgeschneiderte Lochkarten und Wartung. Die Maschinen in den KZs trugen IBM-Seriennummern. Edwin Blacks Buch basiert auf tausenden Dokumenten. IBM bestritt die Vorwürfe, zahlte aber 2001 Entschädigungen an Holocaust-Überlebende. Die Frage für MedienarbeiterInnen: Hätte IBM "Nein" sagen können? Sollen? Müssen? Technologie ist nie neutral – sie wird von Menschen für Zwecke eingesetzt.

Alan Turing, ca. 1940 Bletchley Park

Alan Turing war seiner Zeit Jahrzehnte voraus. Mit 24 Jahren definierte er, was "Berechnung" mathematisch bedeutet – bevor es echte Computer gab. Bletchley Park: Geheimes Entschlüsselungszentrum 80 km nördlich von London. 10.000 Menschen arbeiteten dort, darunter viele Frauen. Streng geheim bis in die 1970er. Seine Arbeit verkürzte den Krieg um geschätzte 2-4 Jahre und rettete Millionen Leben. Aber er durfte nie darüber sprechen. 1952 wurde Turing wegen Homosexualität verurteilt – damals illegal in Großbritannien. Er wurde chemisch kastriert. 1954 starb er an Zyanidvergiftung, vermutlich Suizid. Er war 41. 2009: Offizielle Entschuldigung von Premierminister Gordon Brown. 2013: Königliche Begnadigung durch Queen Elizabeth II. 2021: 50-Pfund-Schein mit Turings Porträt.

Der Turing-Test (1950): Ein Interrogator kommuniziert per Text mit einem Menschen und einer Maschine. Kann er nicht zuverlässig unterscheiden, wer wer ist, besteht die Maschine den Test.

Los Alamos, New Mexico – geheimes Labor, beste WissenschaftlerInnen der Welt. "Computer" war ein Job-Titel! Meist Mathematikerinnen. Richard Feynman leitete eine Abteilung davon. Von Neumann kam 1943 als Berater. Seine mathematischen Fähigkeiten waren legendär. Das ENIAC-Projekt in Philadelphia sollte die Berechnungen beschleunigen.

Neumann János Lajos → John von Neumann Sprach 7 Sprachen fließend Legendäre Anekdoten über sein Gedächtnis Arbeitete am Manhattan-Projekt mit

ENIAC (1945) Electronic Numerical Integrator and Computer University of Pennsylvania

Kam zu spät für Manhattan-Projekt (Krieg war vorbei) Aber bewies: Elektronische Berechnung möglich Programmiert durch 6 Frauen (ENIAC Girls) → Erste ProgrammiererInnen der Geschichte

John von Neumann beschrieb 1945 das Prinzip im "First Draft of a Report on the EDVAC". Vorher (ENIAC): Programme durch Umstecken von Kabeln – tagelange Arbeit für jedes neue Problem. Nachher: Programme als Daten im Speicher – austauschbar in Sekunden. Das Revolutionäre: Programme liegen im selben Speicher wie Daten. Das klingt selbstverständlich, war aber ein Paradigmenwechsel. Vorher war ein Computer eine Maschine für genau ein Problem. Der "Von-Neumann-Flaschenhals": CPU und Speicher teilen sich einen Bus – die Bandbreite begrenzt die Geschwindigkeit. Moderne CPUs umgehen das mit Caches (L1/L2/L3).

VON-NEUMANN-ARCHITEKTUR (1945): Grundlage aller modernen Computer 5 KOMPONENTEN: - ALU (Arithmetic Logic Unit): Rechnet (+, -, ×, ÷) und vergleicht (>, <, =) - Steuerwerk: Holt Befehle, dekodiert sie, steuert Ausführung (Fetch-Decode-Execute) - Speicherwerk: RAM (flüchtig) + ROM (permanent), enthält Code UND Daten - Ein-/Ausgabe (I/O): Tastatur, Maus, Bildschirm, Netzwerk, USB, Sensoren - Bus-System: Adressbus (wo), Datenbus (was), Steuerbus (wie) KERNPRINZIP: Stored Program Concept - Programme im selben Speicher wie Daten VORHER (z.B. ENIAC): Programme durch Umstecken von Kabeln, tagelange Arbeit NACHHER: Programme als austauschbare Daten → Flexibilität, Software-Industrie möglich PRÜFUNGSRELEVANT: 5 Komponenten benennen und erklären können, Stored Program Concept

BEDEUTUNG VON-NEUMANN-ARCHITEKTUR: - Betriebssystem möglich: Lädt verschiedene Programme aus gleichem Speicher - Apps installierbar: Können gelöscht/installiert werden ohne Hardware-Änderung - Multitasking: Mehrere Programme gleichzeitig im Speicher - Updates: Software austauschbar, Hardware bleibt gleich - Universalrechner: Gleiche Hardware für Text, Spiele, Video, Wissenschaft HARVARD-ARCHITEKTUR (Alternative): - Separate Speicher für Code und Daten - Vorteil: Schneller (paralleler Zugriff), sicherer (Code nicht überschreibbar) - Nachteil: Weniger flexibel, aufwändiger - Anwendung: Mikrocontroller (Arduino, ESP32), DSPs, einige ARM-Chips MODERNE CPUs: Modified Harvard (L1-Cache getrennt für Speed, RAM gemeinsam für Flexibilität) PRÜFUNGSRELEVANT: Warum Von-Neumann revolutionär, Unterschied zu Harvard, Beispiele

Grace Hopper, ca. 1984 US Navy

Compiler: Übersetzt menschenlesbare Sprache in Maschinencode COBOL läuft heute noch auf Bankensystemen "It's easier to ask forgiveness than permission"

KATHLEEN BOOTH (1922–2022): Kathleen Hylda Valerie Booth (geb. Britten), BSc Mathematik (Royal Holloway, London), PhD Applied Mathematics (King's College London). Arbeitete ab 1946 mit Andrew Booth (später ihr Ehemann) am Birkbeck College – eines der kleinsten Computing-Teams Großbritanniens: nur Andrew, Kathleen und Xenia Sweeting. WAS SIE TAT: Kathleen baute die Hardware des ARC (Automatic Relay Calculator) mit auf und entwickelte dann die Programmierarchitektur. 1947 reiste sie mit Andrew nach Princeton, wo sie John von Neumann trafen und die Stored-Program-Architektur kennenlernten. Sie schrieb "Coding for A.R.C." – die erste veröffentlichte Beschreibung einer Assembly-Sprache. Statt roher Binärzahlen (z.B. 10011) konnten Programmierende nun mnemonische Kürzel verwenden (z.B. M -> cR). Ein konzeptioneller Sprung – die erste Abstraktionsschicht zwischen Mensch und Maschine. VOR ASSEMBLER: ENIAC (1943–46) wurde durch physisches Umstecken von Kabeln programmiert – Programmwechsel dauerten Tage. Danach kamen Stored-Program-Computer, aber Programme mussten als rohe Binärzahlen eingegeben werden. Jeder Tippfehler in einer 0/1-Folge konnte den Befehl komplett verfälschen. WEITERE LEISTUNGEN: - Mitentwicklung von Booth's Multiplication Algorithm (heute in Milliarden CPUs) - Pionierin der neuronalen Netze (1958/59 – nur ~4 Jahre nach den allerersten) - Erste öffentliche Demonstration maschineller Übersetzung (Französisch→Englisch, 1955) - Wurde 100 Jahre alt ROLLERCOASTER TYCOON: Chris Sawyer, schottischer Entwickler, schrieb RCT zu 99% in x86-Assembly (MASM), nur 1% C für Windows-Schnittstellen. Warum? Assembler war seine "Muttersprache" seit Kindheit, und Performance war kritisch: Tausende Besucher mit eigenem Verhalten, Fahrgeschäfte, Pathfinding – alles in Echtzeit. Das Spiel lief auf einem Pentium 90 MHz mit 16 MB RAM. Sawyer verdiente ca. 30 Mio. Dollar an Royalties und hat über 700 Achterbahnen weltweit selbst gefahren.

Margaret Hamilton mit dem Quellcode der Apollo-Flugsoftware, 1969 MIT/NASA

Das Foto zeigt sie neben dem ausgedruckten Quellcode – größer als sie selbst Die Software priorisierte kritische Aufgaben automatisch 2016 erhielt sie die Presidential Medal of Freedom

Aktuelle Beispiele (in Reihenfolge der Folie): 1. Big Data / Palantir: US-Firma liefert Überwachungssoftware an Polizei und Geheimdienste. In Deutschland nutzen es bereits Hessen, NRW, Bayern und Baden-Württemberg. Kritiker warnen vor "Rasterfahndung auf Knopfdruck". Quellen: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/palantir-einsatz-polizei-deutschland-alternative-100.html https://www.heise.de/en/news/Baden-Wuerttemberg-decides-on-the-use-of-Palantir-11075477.html 2. KI-Systeme: Algorithmen entscheiden über Kreditvergabe, Bewerbungen, Sozialleistungen. Oft intransparent, oft diskriminierend. Beispiel: Niederlande "Toeslagenaffaire" – Steuerbehörde nutzte Algorithmus, der Familien mit Migrationshintergrund systematisch als Betrüger einstufte. Regierung Rutte trat 2021 zurück. Quelle: https://netzpolitik.org/2021/kindergeldaffaere-niederlande-zahlen-millionenstrafe-wegen-datendiskriminierung/ 3. Social Media: 2026 verloren Meta und Google einen Prozess in Kalifornien – ihre Plattformen schädigen nachweislich die psychische Gesundheit Minderjähriger. Quelle: https://www.latimes.com/california/story/2026-03-25/social-media-lawsuit-trial-meta-google-verdict 4. PimEyes/Clearview: Gesichtserkennungsdienste mit Milliarden Fotos aus dem Internet. Februar 2024: Ein Journalist fand RAF-Terroristin Daniela Klette in 30 Minuten – die Polizei hatte 30 Jahre gesucht. Beide Dienste gelten in der EU als illegal. Quelle: https://netzpolitik.org/2024/nancy-faeser-was-das-innenministerium-zur-gesichtserkennung-plant/ Weitere Beispiele: Cambridge Analytica (2018): Facebook-Daten von 87 Mio. Nutzern wurden für politische Werbung genutzt. Ob das tatsächlich Wahlen beeinflusst hat, ist umstritten – die Firmen behaupten es gerne, Belege fehlen. China Social Credit System: Punktesystem für "gutes Verhalten". Wer zu oft bei Rot geht, bekommt keinen Kredit mehr. Die Frage: Wer entscheidet, was mit Technologie gemacht wird? Die Entwickelnden? Die Firmen? Die Politik? Wir alle?

Sputnik-Schock (4. Oktober 1957): Die Sowjetunion schießt den ersten künstlichen Satelliten ins All – "Sputnik 1". Die USA sind schockiert: Wenn die Sowjets Satelliten in den Orbit bringen können, können sie auch Atomwaffen über Kontinente schießen. Die gefühlte technologische Überlegenheit der USA ist über Nacht zerstört. Reaktion: Präsident Eisenhower gründet 1958 ARPA (Advanced Research Projects Agency) im Pentagon. Auftrag: Die USA sollen nie wieder technologisch überrascht werden. ARPA finanziert Grundlagenforschung an Universitäten – daraus entsteht später das Internet. Paul Baran (RAND Corporation, 1964): Entwickelt das Konzept des "Packet Switching". Statt einer durchgehenden Verbindung (wie beim Telefon) werden Nachrichten in kleine Pakete zerlegt. Jedes Paket wird unabhängig durchs Netz geroutet. Fällt ein Knoten aus, finden die Pakete einen anderen Weg. Das macht das Netz resilient gegen Angriffe. Parallel und unabhängig: Donald Davies am britischen National Physical Laboratory entwickelt dasselbe Konzept und prägt den Begriff "Packet Switching". ARPA wird später zu DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) umbenannt.

ARPANET: 4 Knoten anfangs Erste Nachricht: "LO" (Login, Absturz nach 2 Buchstaben!) WWW ≠ Internet (WWW ist eine Anwendung AUF dem Internet)

ARPANET-Karte 1969 4 Knoten: UCLA, Stanford, UCSB, Utah

CERN = Europäische Organisation für Kernforschung Berners-Lee wollte Forschungspapiere verlinken WWW war NICHT kommerziell geplant! Kostenlos freigegeben → darum existiert es

Unterseekabel-Karte: Über 400 Kabel verbinden die Kontinente. Quelle: TeleGeography Submarine Cable Map

Google, Meta, Microsoft besitzen eigene Kabel Sabotage-Risiko (Russland, Anker) Latenz: Frankfurt → New York = ~80ms Five Eyes: Geheimdienstallianz aus dem Zweiten Weltkrieg (UKUSA-Abkommen, 1946). Die fünf Länder teilen systematisch Überwachungsdaten. 2013 durch Edward Snowden enthüllt: NSA und GCHQ zapfen Unterseekabel direkt an (Programm "Tempora" des GCHQ, "Upstream" der NSA). Über diese Kabel läuft fast der gesamte internationale Internetverkehr – wer sie anzapft, kann potenziell alles mitlesen. Erweiterte Allianzen: Nine Eyes (+Dänemark, Frankreich, Niederlande, Norwegen), Fourteen Eyes (+Deutschland, Belgien, Italien, Spanien, Schweden). Deutschland ist also kein Five-Eyes-Mitglied, aber Teil der Fourteen Eyes. Der BND kooperiert eng mit der NSA (Operation Eikonal: BND leitete Daten vom Frankfurter Internetknoten DE-CIX an die NSA weiter).

Bit = Binary Digit Demonstration: Glühbirne AN/AUS = 1 Bit

Alles Digitale basiert darauf Transistoren in CPUs: Milliarden Bits schalten Millionen Mal pro Sekunde Shannon: Begründer der Informationstheorie

BYTE = Wortspiel aus "Bit" + "Bite" (Bissen) — Begriff geprägt von Werner Buchholz (IBM, 1956) Schreibweise mit "y" statt "i": bewusste Änderung zur Vermeidung von Verwechslung mit "Bit" binary 00101010 = decimal 42

- 1964: IBM System/360 setzte den 8-Bit-Byte-Standard — vorher 6-Bit/7-Bit-Systeme - ASCII (1963) brauchte 7 Bit für 128 Zeichen - 8 Bit = praktisch für Hardware (Zweierpotenz: 2³ = 8) - 8 Bit = 2 Hexadezimalziffern (elegante Darstellung) - Kleinste adressierbare Einheit im Speicher: Prozessor kann nicht einzelne Bits direkt ansprechen, immer Bytes

1 Byte ist limitiert Farbbild: Rot + Grün + Blau 256³ = 16.777.216 Farben

Kernidee: jedes Byte lässt sich sauber in zwei 4-Bit-Hälften (Nibbles) zerlegen. Jede Hälfte hat 2⁴ = 16 Zustände – und genau 16 Symbole hat Hex (0-F). Deshalb passt Hex perfekt: 1 Nibble = 1 Hex-Ziffer, 1 Byte = 2 Hex-Ziffern. Keine krumme Umrechnung.

Warum gerade 8 Bit? - CPU adressiert byteweise — kleinste adressierbare Einheit - Halbe Byte (z.B. 0x0000.5) existieren nicht - Speichercontroller, Bus, CPU-Register sind alle auf 8-Bit-Häppchen ausgelegt - Einzelne Bit lesen: erst Byte holen, dann mit Bitmaske isolieren (byte & 0b1000_0000) - Hardware-Geschichte: IBM System/360 (1964) setzte 8-Bit-Standard, 7-Bit-ASCII + 1 Paritätsbit

# Zahlensysteme **Eine Ziffer — wie viele Werte?** | System | Basis | Ziffern | Beispiel | |--------|-------|---------|----------| | **Dezimal** | 10 | 0-9 | `42` = 4×10 + 2 | | **Binär** | 2 | 0-1 | `101010` = 42 | | **Hexadezimal** | 16 | 0-F | `2A` = 2×16 + 10 | → Alle drei beschreiben dieselbe Zahl: **42**

Dezimal = was wir im Alltag nutzen (10 Finger → 10 Ziffern) Binär = was Computer nutzen (Strom an/aus → 2 Zustände) Hexadezimal = Kompromiss: kompakter als Binär, aber passt perfekt auf Bytes (2 Hex-Ziffern = 1 Byte = 8 Bit) Die Basis bestimmt, wie viele Symbole pro Stelle zur Verfügung stehen: - Dezimal: 10 (0–9) - Binär: 2 (0, 1) - Hex: 16 (0–9 + A–F, wobei A=10, B=11, ..., F=15)

Hex = Shortcut für Menschen 1 Byte = 2 Hex-Ziffern (00-FF) "Nibble" = 4 Bits = halbes Byte (Wortspiel: nibble = knabbern, byte = beißen) CSS (Cascading Style Sheets)-Farben nutzen Hex: #FF0000 = Rot

1 Byte = 8 Bit = 2 Hex-Ziffern = 1 ASCII-Zeichen - Dieselbe Datei, drei Schreibweisen - Jeder Rahmen = ein Byte - Byte ändern sich nicht, nur unsere Anzeige - ↵ (0x0A) = nicht druckbar → Hex-Editoren zeigen . als Platzhalter

Dieselben 8 Byte (PNG-Dateianfang: 89 50 4E 47 0D 0A 1A 0A) — drei Perspektiven: 1. Bitstream — was wirklich gespeichert wird (unleserlich) 2. Hex — gruppiert in 8-Bit-Häppchen (kompakt) 3. Bedeutung — was die Byte signalisieren: - 89: Magic Byte (>127 → "ich bin Binärdatei") - 50 4E 47: P N G (ASCII-Format-Kürzel) - 0D 0A 1A 0A: CR LF EOF LF (erkennt kaputte Übertragung)

Präfixe: - 0x = "das ist Hexadezimal" (C, JavaScript, Python) - U+ = Unicode-Codepoint (Standard für Zeichenkodierung) - # = CSS (Cascading Style Sheets)-Konvention für Farben ABKÜRZUNGEN: - MAC = Media Access Control (eindeutige Hardware-Adresse einer Netzwerkkarte) - CSS = Cascading Style Sheets - Unicode = universeller Zeichensatz für alle Schriftsysteme Speicheradressen erklärt: - 64-Bit-System → Adresse hat 64 Bit = 16 Hex-Ziffern - Beispiel vollständig: 0x0000000000A04F20 ^^^^^^^^^^ └── führende Nullen, meist ungenutzt - Tools kürzen zu: 0xA04F20 (führende Nullen weggelassen) - "0x" = Präfix, sagt nur "jetzt kommt Hex" MAC-Adresse = eindeutige Hardware-ID der Netzwerkkarte Fehlercodes: Windows zeigt diese bei Bluescreens

Bits = kleines b, Bytes = großes B Internetanbieter: Mbit/s (klingt größer!) 100 Mbit/s ÷ 8 = 12,5 MB/s Warum? Marketing - 100 klingt besser als 12,5

HTML = Auszeichnungssprache (wie Markdown) Erfunden 1989 von Tim Berners-Lee Aktuelle Version: HTML5 (seit 2014)

HEAD-BEREICH: Metadaten, nicht sichtbar im Browser-Fenster WICHTIGE META-TAGS: - <title>: Browser-Tab, Lesezeichen, Suchergebnis-Titel - <meta name="description">: Suchergebnis-Snippet (max. 160 Zeichen) - <meta name="viewport">: Mobile Darstellung (width=device-width) - <meta charset="UTF-8">: Zeichenkodierung (Umlaute!) OPEN GRAPH (og:*): Social Media Vorschau (Facebook, LinkedIn, WhatsApp) - og:title, og:description, og:image, og:url TWITTER CARDS: twitter:card, twitter:title, twitter:image SEO-RELEVANZ: Google nutzt title + description für Ranking und Snippet ACCESSIBILITY: <html lang="de"> für Screenreader-Aussprache PRÜFUNGSRELEVANT: Was gehört in <head>, Unterschied zu <body>, wichtigste Meta-Tags

Semantische Tags wichtig für Accessibility h1 sollte nur einmal pro Seite vorkommen a = anchor (Anker)

--- # Hands-On: Werkzeuge einrichten **Option 1: Texteditor + Browser** - Notepad, TextEdit oder DreamWeaver - Speichern als `index.html` → Im Browser öffnen **Option 2: VS Code** (empfohlen) - [https://code.visualstudio.com](https://code.visualstudio.com) - Extension: "Live Server" **Option 3: Online-Editoren** - [https://codepen.io/pen/](https://codepen.io/pen/)

Progressive Enhancement HTML kann mehr als die meisten denken JavaScript nur wenn wirklich nötig Accessibility ist eingebaut

ACCESSIBILITY (a11y): a + 11 Buchstaben + y STATISTIK: ~15% der Weltbevölkerung haben eine Behinderung (WHO) ARTEN VON EINSCHRÄNKUNGEN: - Permanent: Blindheit, Taubheit, motorische Einschränkungen - Temporär: Gebrochener Arm, Augen-OP, Ohrenentzündung - Situativ: Helle Sonne (Kontrast), laute Umgebung (kein Audio), Baby auf Arm (eine Hand) ASSISTIVE TECHNOLOGIEN: - Screenreader: NVDA (Windows, kostenlos), VoiceOver (Apple), JAWS (kommerziell) - Braillezeilen: Taktile Ausgabe für Blinde - Switch-Geräte: Für motorische Einschränkungen - Spracheingabe: Dragon NaturallySpeaking, Siri, Google Assistant WCAG: Web Content Accessibility Guidelines (A, AA, AAA) EUROPEAN ACCESSIBILITY ACT: Seit Juni 2025 verpflichtend! PRÜFUNGSRELEVANT: Arten von Einschränkungen, Screenreader-Beispiele, WCAG

RECHTLICHER RAHMEN: - European Accessibility Act (EAA): EU-Richtlinie, seit 28. Juni 2025 in Kraft - Betrifft: E-Commerce, Banking, Telekommunikation, Transport, E-Books - BITV 2.0: Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (DE, öffentliche Stellen) - BFSG: Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (DE-Umsetzung des EAA) - Strafen: Bis zu 100.000€ Bußgeld möglich CURB-CUT-EFFEKT: - Bordsteinabsenkung für Rollstuhlfahrer → hilft auch Kinderwagen, Rollkoffern, Fahrrädern - Untertitel für Gehörlose → helfen in lauter Umgebung, beim Sprachlernen - Kontrastreiche Farben → besser bei Sonnenlicht, für ältere Menschen BUSINESS CASE: - 15% Zielgruppe (Menschen mit Behinderung) - +20% ältere Menschen (Sehschwäche, motorische Einschränkungen) - SEO-Vorteile: Alt-Texte, semantisches HTML = besser für Google PRÜFUNGSRELEVANT: EAA kennen, Curb-Cut-Effekt erklären können, Business Case

WCAG vom W3C (World Wide Web Consortium) Aktuelle Version: WCAG 2.2 (2023) Level: A (minimal), AA (Standard), AAA (optimal) Gesetzlich meist Level AA gefordert

Leeres alt="" für dekorative Bilder Contrast-Checker: WebAIM Contrast Checker Captions ≠ Untertitel (Captions = auch Geräusche beschrieben)

Tab-Reihenfolge = DOM-Reihenfolge Skip-Links: "Zum Hauptinhalt springen" :focus-visible = nur bei Tastatur-Navigation

Screenreader nutzen lang für korrekte Aussprache Konsistenz reduziert kognitive Last Fehlermeldungen: konkret, hilfreich, am Feld

ARIA = Accessible Rich Internet Applications Erste Regel von ARIA: Wenn möglich, natives HTML nutzen! button hat eingebaute Tastatur-Unterstützung div-Button braucht JavaScript für Enter/Space

Aufgabe: hdm-stuttgart.de öffnen, Maus/Touchpad weglegen. Nur mit Tab/Shift+Tab/Enter/Pfeiltasten navigieren. Fokus-Indikator immer sichtbar? Logische Reihenfolge? Alle Elemente erreichbar?

WAVE Tab-Reihenfolge: visualisiert DOM-Reihenfolge als Tab-Pfad. Wenn Pfad kreuz und quer → schlechte Struktur für Tastatur-/Screenreader-Nutzende.

Automatische Tests finden ~30% der Probleme Manuelles Testen unverzichtbar Echte NutzerInnen einbeziehen = Gold-Standard